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Secondhand-Uhren – wann steigen die Rolex-Preise wieder?

Noch immer weicht Luft aus der geplatzten Rolex-Blase. Wie lange noch?

Marcel Speiser, Ringier AG

Rolex GMT-Master II
GMT-Master II von Rolex: Nicht mehr ganz so heisse Ware. zvg

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GΓ€be es nur den Secondhand-Markt fΓΌr Uhren, mΓΌsste man zum Schluss kommen, die Schweizer Uhrenindustrie sei seit bald zwei Jahren in der Krise. Die Preise fallen, das Angebot weitet sich trotzdem aus, die Ware bleibt lΓ€nger im Schaufenster liegen.
Fakt aber ist: Die Branche verkauft Neuware fΓΌr so viel Geld wie noch nie. 2022 wurde mit einem Exportvolumen von 24,8 Milliarden Franken ein Rekord erreicht. Und 2023 ist dieser bis und mit Oktober nochmals um mehr als 8 Prozent ΓΌbertroffen worden. Kurz: Der PrimΓ€r- und der Zweitmarkt scheinen sich voneinander entkoppelt zu haben. Sie scheinen von unterschiedlichen Nachfragekomponenten getrieben zu werden.
Schauen wir also genauer hin und fragen uns: In welche Richtung wird sich der Markt fΓΌr Secondhand-Uhren entwickeln? Wann werden die Preise fΓΌr gebrauchte Uhren von Rolex – und anderen wichtigen Marken – wieder steigen?
Steiler Anstieg, anhaltender Abstieg: Die Preise fΓΌr Rolex-Uhren gemΓ€ss der Secondhand-Plattform Chrono24.
Steiler Anstieg, anhaltender Abstieg: Die Preise fΓΌr Rolex-Uhren gemΓ€ss der Secondhand-Plattform Chrono24.Chrono24
Steiler Anstieg, anhaltender Abstieg: Die Preise fΓΌr Rolex-Uhren gemΓ€ss der Secondhand-Plattform Chrono24.
Chrono24

Es sind mehr Uhren auf dem Markt, auch von Rolex

Die knappe Antwort lautet: VorlΓ€ufig ist keine Trendwende in Sicht. Dies insbesondere aus zwei GrΓΌnden. Erstens, weil das Angebot auf dem Secondhand-Markt steigt. Und zweitens, weil es auch im PrimΓ€rmarkt mehr Ware im Angebot zu geben scheint.

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Β«Wir beobachten einen zunehmenden AbwΓ€rtsdruck auf dem Markt, der zu einem weiteren Preisverfall fΓΌhren kΓΆnnte, da die HΓ€ndler ihre Bewertungen senken, um den Absatz zu steigernΒ», analysiert Christy Davis von Subdial. Die britische Plattform fΓΌr Secondhand-Uhren verΓΆffentlicht zusammen mit der Nachrichtenagentur Bloomberg monatlich den Β«Bloomberg Subdial Watch IndexΒ». Dieser bildet die Preise fΓΌr die fΓΌnfzig Uhren ab, die auf dem SekundΓ€rmarkt wertmΓ€ssig das hΓΆchste Handelsvolumen haben. Davis ergΓ€nzt: Β«Es werden mehr Uhren zu einer grΓΆsseren Preisspanne angeboten. Also senken die HΓ€ndler die Preise. Auch um das WeihnachtsgeschΓ€ft anzukurbeln.Β»
Konkret ist die Zahl der auf dem SekundΓ€rmarkt verfΓΌgbaren Uhren laut Subdial seit August um 5 Prozent gestiegen. Und die Preisspanne der angebotenen Modelle hat im gleichen Zeitraum um rund 12 Prozent zugenommen.

Die Wartelisten fΓΌr Rolex sind 20 Prozent kΓΌrzer geworden

Auch auf dem PrimΓ€rmarkt scheint sich der anhaltende NachfrageΓΌberhang bei den gefragtesten Rolex-Modellen etwas zu bessern. Das jedenfalls lΓ€sst sich aus Aussagen ableiten, die kΓΌrzlich Mohammed Seddiqi von der Seddiqi Holding an einer Podiumsdiskussion an der Dubai Watch Week gemacht hat. Seddiqi gehΓΆrt mit Bucherer und Watches of Switzerland zu den drei grΓΆssten Rolex-HΓ€ndlern der Welt und betreibt in der Dubai Mall den grΓΆssten Rolex-Laden der Welt.

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««FΓΌr bestimmte Referenzen, auf die frΓΌher vielleicht 10 000 Leute gewartet haben, haben wir jetzt noch 8000 auf der Warteliste.»»

Mohammed Seddiqi, Seddiqi Holding
Β«FΓΌr bestimmte Referenzen, auf die frΓΌher vielleicht 10 000 Leute gewartet habenΒ», so Seddiqi, Β«haben wir jetzt noch 8000 auf der Warteliste.Β» Das sei immerhin ein RΓΌckgang um rund einen FΓΌnftel in einem Zeitraum von rund vier Jahren, wie Seddiqi prΓ€zisierte.
Da man von Seddiqi durchaus auf die Situation bei anderen grossen Rolex-Retailern schliessen darf, bedeutet das: Es kΓΆnnen wieder mehr Kunden und Kundinnen ihr Rolex-BedΓΌrfnis bei den offiziellen HΓ€ndlern befriedigen. Und das wiederum ist ein weiterer Treiber fΓΌr eine tendenziell sinkende Nachfrage auf dem Secondhand-Markt, der eben auch davon profitierte, dass Kundinnen und Kunden sich dort eindeckten, wo die gewΓΌnschten Uhren leicht(er) erhΓ€ltlich waren (wenn auch zu – nach wie vor – deutlich ΓΌberhΓΆhten Preisen).
Allerdings gibt es eine Ausnahme bei Rolex: Die Preise fΓΌr ein bestimmtes Modell dΓΌrften in den kommenden Wochen und Monaten steigen, sofern sich die kursierenden GerΓΌchte bewahrheiten sollten. Diese berichten davon, dass Rolex die Produktion der GMT-Master II Β«PepsiΒ» – einer Uhr mit einer rot-blauen LΓΌnette fΓΌr die Anzeige einer zweiten Zeitzone – aufgrund von Problemen bei der Herstellung einstellen wird.

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Das Modell, das schon heute zu den begehrtesten Referenzen der Marke zΓ€hlt, wΓΌrde bei einem tatsΓ€chlichen Produktionsstopp innert Tagen durch die Decke gehen.
Über die Autoren
Marcel Speiser, Ringier AG
Marcel Speiser
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der LuxusgΓΌterbranche.

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