Das wird Tränen geben an Ostern. Ladenbesitzer Tarik Sarikaya aus Hamburg (D) verkauft keine Schoggihasen von Lindt & Sprüngli mehr. Die goldigen Kult-Häsli vom Schokoladenhersteller aus Kilchberg ZH werden deshalb in einigen norddeutschen Osternäschtli fehlen. Der Grund: Sarikaya schmecken die hohen Einkaufspreise nicht. Deshalb nimmt er den Goldhasen aus dem Sortiment, wie die «Bild» berichtet.
Seit zehn Jahren führt Sarikaya den kleinen Nah-und-Frisch-Supermarkt im Hamburger Stadtteil Bergedorf. Er kalkuliert ganz genau, will seiner Stammkundschaft stets die günstigsten Preise bieten. Deshalb merkt er schnell: Der Goldhase ist zu teuer im Einkauf – und deshalb zu teuer im Verkauf. «Die unverbindliche Preisempfehlung für den Lindt-Goldhasen ist im Vergleich zum Vorjahr von 6,99 Euro auf 8,99 Euro gestiegen!», wundert er sich gegenüber der «Bild». Das ist ein Plus von fast 30 Prozent.
«Kunden schütteln den Kopf»
«Viel zu teuer», befindet der Ladenbesitzer. Denn er weiss, wie solche Preise bei seiner Kundschaft ankommen. Gar nicht gut! «Die Kunden schauen auf den Preis, schütteln den Kopf und stellen die Ware zurück. Am Ende bleibe ich auf 30 Prozent sitzen», sagt er. Deshalb entscheidet er sich ganz bewusst gegen den beliebten Gold-Hasen. «Die Rückmeldungen von Kunden sind sehr positiv. Alle haben Verständnis.»
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2015 hat Lindt & Sprüngli die Preise um 19 Prozent erhöht. Grund damals: die Preisexplosion am Kakaomarkt. Allerdings: An den Rohstoffbörsen ist der Preis für Kakao in den letzten zwölf Monaten um über 65 Prozent eingebrochen. Lindt-CEO Adalbert Lechner (64) steht deshalb unter Druck, seine Schoggi wieder günstiger zu verkaufen. Nicht nur in Hamburg. Auch in der Schweiz. Bei uns kostet der 200-Gramm-Goldhase etwa bei Coop 9.95 Franken.
Schoggihasen aus teurem Kakao
«Es ist noch viel zu früh, um über mögliche Preissenkungen zu diskutieren», sagte Lechner vor zwei Wochen an der Jahresmedienkonferenz. Das Problem: Die Kakaolager von Lindt sind noch voll. «Wir kaufen Kakaobohnen für jeweils 12 bis 15 Monate ein», erklärte der Chef. Von den gesunkenen Rohstoffpreisen merkt der Schokoladenproduzent noch nichts. Die Schoggihasen wurden alle noch mit teurem Kakao gegossen.
Die Rohstoffpreise von Zucker und Haselnüssen seien zudem höher als üblich. Hinzu kommen neue Unsicherheiten wegen des Ausbruchs des Krieges im Iran: Lindt befürchtet steigende Energie- und Transportkosten. Immerhin, der Lindt-CEO macht Hoffnung: «Im Herbst werden wir entscheiden, ob Preissenkungen möglich sind.» Die Preise könnten also aufs Weihnachtsgeschäft hin sinken. Und Kinderaugen leuchten, wenn ein Schoggi-Samichlaus unter dem Christbaum steht – auch in Hamburg.