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KI-Songs in den Charts

Spiel mir das Lied vom Code

Immer häufiger spült es KI-Musik in die Charts. Breaking Rust zeigt, wie schnell künstliche Intelligenz vom Experiment zur Konkurrenz wird.

Olivia Ruffiner

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Ein Sänger, der keiner ist: Der KI-Act Breaking Rust markiert einen Umbruch in der Musikindustrie. Made with Google AI
Zuerst Stille – dann singt eine raue Stimme, die an Alan Jackson oder Chris Stapleton erinnert: «Ich fuhr zur Hölle, aber bin immer noch hier.» Ein stampfender Stomp-Clap-Groove setzt ein, Breaking Rust singt weiter vom Durchhalten und Überleben. Ein typischer Countrysong, wäre da nicht eine Besonderheit: Breaking Rust ist ein vollständig KI-generiertes Projekt. Die Texte, das Arrangement, das Albumcover und auch die Videos wurden alle mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Wer hinter Breaking Rust steht, weiss niemand. Die Infoseite auf dem Profil beim schwedischen Streamingdienst Spotify ist leer. Dennoch erreichte der künstliche Interpret im Dezember 2,4 Millionen Hörerinnen und Hörer. Das Lied «Walk My Walk» wurde knapp zehn Millionen Mal gestreamt. Auf Instagram publiziert Breaking Rust KI-generierte Videos von einem Cowboy, der allein durch die Welt zieht. Fast 70'000 Accounts folgen ihm. Auch hier gibt es keine Angaben zu den Verantwortlichen. In der Bio steht lediglich, dass er sich als Outlaw-Country-Act versteht und «Musik für unsere Seele» macht.

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