Gender-Backlash in Schweizer Firmen

Reine Männertickets sind wieder Trumpf

Topjobs in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen im Multipack an Männer zu vergeben, ist wieder salonfähig. Diversität mutiert zum Randthema.

Karin-kofler-RingierMaren Meyer

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Frauen unerwünscht: Der Geschlechterkampf um die Topjobs ist wieder voll im Gange. zVg

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Loben kann man die Raiffeisen Schweiz nicht für die Diversität ihres Verwaltungsrats: Lediglich zwei Frauen sitzen im neunköpfigen Gremium der genossenschaftlich organisierten, zweitgrössten Bankengruppe der Schweiz. An der kommenden Generalversammlung (GV) vom 19. Juni gäbe es Gelegenheit, dies zu ändern. Das Finanzinstitut hat nämlich gleich vier Posten im Leitgremium zu besetzen. Doch Fehlanzeige: Die Raiffeisen Schweiz serviert ihren Mitgliedern ein reines Männerticket zur Wahl, darunter ist ein Kandidat für das prestigeträchtige Präsidium der Bank.
«Zero points for females», hiess es kürzlich auch bei der SRG: Drei Positionen in der Geschäftsleitung des Medienriesen wurden im März neu besetzt. Und auch da ausschliesslich mit Männern, was für Konsternation sorgte. An der Generalversammlung der Bank Julius Bär kamen letztendlich ebenfalls zwei Männer für zwei Verwaltungsratssitze zum Zug – und ersetzten unter anderem eine abtretende Frau. Immerhin zeigten sich die Bären bei der Bekanntgabe der Nomination selbstkritisch: «Aufgrund der vorgeschlagenen Veränderungen in der Zusammensetzung des Verwaltungsrates, die an der bevorstehenden GV vorgebracht werden, wird die Julius Bär Gruppe ihre hinsichtlich Geschlechterdiversität selbst gesetzten Ziele und entsprechende Vorgaben bedauerlicherweise vorerst nicht erreichen.»

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