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Knatsch um Nachfolge an der Spitze

WEF-Stiftungsrat stellt sich hinter Lagarde – Mehrheit stoppt Umbaupläne des Governing Boards

Aufstand gegen die Führung: Wie sich die Mehrheit des Stiftungsrats hinter EZB-Präsidentin Christine Lagarde scharte.

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EZB-Chefin Christine Lagarde: Im WEF-Rennen vorn.
EZB-Chefin Christine Lagarde: Im WEF-Rennen vorn.Dukas

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Es war der Sturm vor der Ruhe. Am 18. August kamen fast alle 28 WEF-Stiftungsräte zum Jahrestreffen in die Zentrale in Cologny bei Genf, geladen von den Co-Chairmen Larry Fink und André Hoffmann. Selten war das Treffen im Vorfeld mit derart hohen Erwartungen medial befrachtet worden. Doch dann: keine Neuigkeiten, keine Medienmitteilung, keine Berichte direkt im Anschluss.
Davor war es vorher umso lauter. Den Beginn machte Anfang Juli das «Wall Street Journal», das Anschuldigungen gegen den Gründer Klaus Schwab vom letzten Jahr aufwärmte, die «SonntagsZeitung» und die «NZZ am Sonntag» zogen nach. Es war weiterhin viel Hass im System.

Angriff auf die Identität des Forums

Entscheidend war die von Fink und Hoffmann ausserplanmässig einberufene Sitzung am 29. Juni. Zuvor hatte der Grossteil der Stiftungsräte die Ränkespiele gegen Schwab von der Seitenlinie aus verfolgt. Doch jetzt begehrten die Mitläufer auf. Auslöser war eine Statutenänderung, die im Mai 2024 noch unter Schwab angekündigt worden war. Doch was als kleine Anpassung begann – die Professionalisierung des Stiftungsrats durch vier Komitees –, nutzte der Führungszirkel im sechsköpfigen Governing Board nach Schwabs Abgang für eine veritable Revolution. Er wollte den Stiftungsrat stark verkleinern, vorrangig sollten nur die Mitglieder des Governing Board und des Audit- und Risk-Komitees dabei sein, vor allem Konzernchefs.

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Starker Mann dort: Axa-Chef Thomas Buberl, der als Einziger beiden Ausschüssen angehörte und zentraler Treiber der harten Linie gegen Schwab war. Er war der letzte Vertreter der intern «die drei Bs» genannten Rädelsführer im Kampf gegen den Gründer – Ex-Nestlé-Grande Peter Brabeck und Geschäftsführer Børge Brende hatten das WEF mit viel Drama bereits verlassen. Ein verkleinertes Gremium würde Buberls Chancen aufs Präsidium erhöhen. Im bestehenden Stiftungsrat hätte er nach seinem rüden Vorgehen keine Chance gehabt.
Es war ein Angriff auf die Identität des Forums: Businessmeeting statt Multi-Stakeholder-Konferenz. Schwab sprach sich vor der Sitzung in der «NZZ» dagegen aus. Klar war auch: Würde es zur Änderung kommen, stünde die von ihm portierte Nachfolgerin Christine Lagarde nicht zur Verfügung. So kam es am 29. Juni zur Abstimmung – die Gruppe um Lagarde gewann.

Kontraproduktive Attacke

Die Gegenseite reagierte mit Schmutz: Willfährige Medien wiederholten die Vorwürfe der angeblichen Spesenbereicherung gegenüber Schwab, der Frauendiskriminierung und Reportmanipulation, aufgelistet im Interimsbericht der Kanzlei Homburger. Aber eben: Es handelte sich um den Interimsbericht. Im Schlussbericht wurden die Anschuldigungen – angesichts von Schwabs Lebensleistung ohnehin Petitessen – als nicht substanziell bewertet.

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Die Attacke war kontraproduktiv. Am 18. August stellte sich die Mehrheit hinter die EZB-Präsidentin, Guy Parmelin hatte sich bereits im März beim IWF-Jahresmeeting mit ihr getroffen und seine Unterstützung zugesichert. Jetzt muss ihre EZB-Nachfolge geregelt werden, dann sollte der Weg für die Französin an die WEF-Spitze frei sein.

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