Leichter Schwenk nach rechts, von den aufgestockten Etagen freier Blick durch die Glaswände Richtung See: Wer sich das Projektvideo zum Umbau an der Bahnhofstrasse 3 in Zürich anschaut, möchte hier gleich einziehen. Kein Vergleich mehr zum Objekt, das zwischen 2021 und 2025 umfassend kernsaniert wurde und zuvor enge Gänge sowie kleinräumige Büros beherbergte. Um die Visualisierungen kümmerte sich die Firma Interactive aus Aarau.
Ob für Umbauten, für Umnutzungen des Gebäudebestands oder für Nachhaltigkeitsaspekte: «3D-Visualisierungen lassen sich überall einsetzen», erklärt Stefan Baur, Geschäftsleitungsmitglied und Partner bei Interactive. «Sie sind die beste Art, um eine Idee beziehungsweise ein Konzept darzustellen, denn sie wandeln Pläne und Daten in für jedermann verständliche Bilder um.» Mit 3D-Visualisierungen können Bilder, Animationen und weitere Applikationen wie 360-Grad-Touren am Computer, am Tablet, am Mobile sowie am TV-Gerät gezeigt oder in Printmedien wie Broschüren, Inseraten und Bauplakaten integriert werden. Beispielsweise für Immobilienbesitzer, die für ein Gebäude vor dem Umbau oder einer Renovation unterschiedliche Nutzungsvarianten optisch darstellen möchten.
«Gerade bei Umbauten haben Visualisierungen einen grossen Mehrwert», findet auch Andras Böger, Managing Partner und zuständig für Strategie, Konzept und Beratung bei der Firma Dome Visual in Zug. «Sie helfen dem Kunden, zu verstehen, wie sich ein bestehender Raum verändern wird.» Fotorealistische 3D-Visualisierungen würden sich sehr gut eignen, um unterschiedliche Grundriss-, Material-, Farb- oder Möblierungsvarianten zu vergleichen. So könnten wichtige Entscheidungen getroffen werden, bevor tatsächlich gebaut werde.
Partner-Inhalte
Werbung
Virtual Reality für Wow-Effekte
Noch einen Schritt weiter gehen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). «Anwendungen, bei denen die User eine VR-Brille tragen und sich völlig frei im geplanten Projekt bewegen können, sieht man nicht so häufig», erklärt Stefan Baur. Solche Darstellungen seien aufwendiger, würden dafür aber einen grossen Wow-Effekt erzeugen. Hier benötigt man nebst der VR-Brille auch einen leistungsstarken Computer; es ist daher als stationäre Lösung in einem Showroom oder an Messen gedacht. «Solche Lösungen werden eher im hochpreisigen Segment eingesetzt, sie werden jedoch mit der technologischen Entwicklung auch für mittelpreisige Projekte immer attraktiver», so Baur.
«VR/AR kommt vor allem dann zur Anwendung, wenn es bei grösseren Projekten um Entscheidungen geht, die später nur teuer zu korrigieren sind», erklärt Henrique Taborda von der Zürcher Firma Bandara die Nutzung dieser Technologien bei Renovationen, Um- und Neubauten. «Man zeigt damit zukünftige Realitäten und vermittelt ein räumliches Gefühl aus unterschiedlichen Perspektiven. Das ist nicht vergleichbar mit dem einfachen Rendering einer Umgebung.»
Technisch geht fast alles
Zu den aktuellen Projekten der Firma Bandara zählt auch eines, bei dem es um Hochhäuser in einem ehemals industriell geprägten Stadtentwicklungsgebiet geht. «Dabei können geplante Gebäude mittels Augmented Reality direkt vor Ort in ihrer realen Grösse, Dimension und Lage in die bestehende Umgebung eingeblendet werden. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie grundsätzlich auch weiterführende Anwendungen, etwa die Simulation von Schattenwurf oder Sonneneinstrahlung», so Taborda.
Werbung
Solche anspruchsvolleren Nutzungen erfordern entsprechende finanzielle und zeitliche Budgets. Auch neue Verfahren wie das Visual Positioning System (VPS) spielen hier eine immer wichtigere Rolle. Sie helfen dabei, virtuelle Objekte möglichst präzise an der richtigen Position in der realen Umgebung zu verankern. Immersive Darstellungen werde es künftig immer häufiger geben, sagt Taborda. «Wir sehen grosse Fortschritte sowohl bei VR- und AR-Brillen als auch bei der Qualität von 3D-Visualisierungen, die in Echtzeit in den Raum eingeblendet werden können.»
Zielgruppe bestimmt die Technologie
Das Fazit der Experten: Nicht jede technisch mögliche Lösung ist für jedes Projekt sinnvoll. «Ein hochwertiges Bild macht eine Immobilie sichtbar – VR macht sie erlebbar», fasst Böger zusammen. Entscheidend sei deshalb, die Technologie und den Detaillierungsgrad auf das jeweilige Ziel und die Zielgruppe abzustimmen. Böger: «Je nach Projekt können bereits gezielt eingesetzte immersive Elemente eine sehr wirkungsvolle Ergänzung zu klassischen Visualisierungen darstellen.» Ein einmal aufgebautes 3D-Modell kann für unterschiedliche Wohnungen, Materialisierungsvarianten, Perspektiven oder Präsentationsformen weiterverwendet werden. Deshalb solle die zentrale Frage nicht lauten: «Welche Technologie können wir einsetzen?» Sondern: «Was wollen wir damit erreichen?»
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.