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Kommentar zum Iran-Krieg

La La Land? Nicht ganz

Der Angriff der USA und Israels auf Iran treibt den Ölpreis auf Zickzackkurs. So schlimm, wie es Energieexperten prognostizieren, wird es aber nicht.

Tim von Felten

«Der Ölpreis ist auf Zickzackkurs, aber bis jetzt haben sich die schlimmsten Befürchtungen für die Wirtschaft nicht bewahrheitet», schreibt Handelszeitung-Redaktor Tim von Felten.
«Der Ölpreis ist auf Zickzackkurs, aber bis jetzt haben sich die schlimmsten Befürchtungen für die Wirtschaft nicht bewahrheitet», schreibt Handelszeitung-Redaktor Tim von Felten. Seewer Paul

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Der Angriff der USA und Israels auf Iran löste bei Energieexperten Furcht und Schrecken aus. Sie prognostizierten, dass ein Fass Brent Crude, der europäische Massstab für den Ölpreis, auf weit über 150 Dollar steigen werde. Nur so könne die Nachfrage nach Öl auf das Niveau des Angebots sinken, das wegen der Schliessung der Strasse von Hormus drastisch zurückging. Der «Economist» bezichtigte Börsenteilnehmer der Realitätsferne, da sie im April den Ölpreis für Ende 2026 auf rund 88 Dollar schätzten. Der Leitartikel warf ihnen vor, im «La La Land» zu sein.
Die Märkte scheinen vorerst recht zu behalten: Das bisherige Jahreshoch des Ölpreises lag bei ungefähr 120 Dollar, fern von den pessimistischen Prognosen. Einer der Gründe dafür war, dass China seine Importe drastisch senkte und sich mit seinen Ölreserven über Wasser hielt. Während des Waffenstillstands Anfang Sommer sank der Ölpreis zeitweise auf das Niveau von vor dem Krieg. Gerade schicken ihn erneute Attacken und Spekulationen über den Willen von US-Präsident Donald Trump auf Zickzackkurs. Zudem stören die mit Iran verbündeten Huthis aus Jemen nun mit Raketen die Durchfahrt bei der Meeresenge Bab al-Mandab. Trotzdem: Bis jetzt haben sich die schlimmsten Befürchtungen für die Wirtschaft nicht bewahrheitet.

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Doch das ist kein Grund, zu denken, dass alles in Ordnung sei. Wir sind nicht im La La Land. Trumps törichtes Vorhaben im Nahen Osten wird weiter Leid verursachen. Bereits jetzt ist grosser Schaden angerichtet. Die Zivilbevölkerung in der Region spürt das am meisten. Dazu kommt Knappheit in Asien: Malaysia und Indonesien mussten das Arbeitspensum ihrer Staatsangestellten reduzieren, Vietnam strich Flüge. Die wirtschaftlichen Auswirkungen in den USA und Europa sind subtiler, doch sichtbar.
Zum Beispiel in den Zinserwartungen: Die Märkte wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank bis September. Bei der EZB rechnen sie damit bis Ende Oktober. Der Schock aus dem Nahen Osten sorgt für Inflation, denn Öl und andere Rohstoffe aus der Region sind Inputs für viele Güter, deren Preise nun steigen. Darauf müssen Notenbanken reagieren. In der Schweiz bleiben die Leitzinsen laut Markterwartungen vorerst auf null. Doch auch wenn die Leute vom Krieg hierzulande wenig merken: Für eine offene Volkswirtschaft ist es schlecht, wenn es rundherum kriselt. Trumps Iran-Angriff bleibt ein Angriff auf die Weltwirtschaft.

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