Trump hat sein Einkommen seit Amtsantritt fast vervierfacht
Krypto-Crash für die einen, Milliarden-Regen für den anderen: Seit seinem Amtsantritt sprudeln bei Donald Trump die Kassen wie nie zuvor – allein 2025 kassierte er 1,4 Milliarden Dollar mit Krypto.
Krypto-Crash für die einen, Milliarden-Regen für den anderen: Seit seinem Amtsantritt sprudeln bei US-Präsident Donald Trump (80) die Kassen wie nie zuvor – allein 2025 kassierte er 1,4 Milliarden Dollar mit Krypto.
Die meisten Krypto-Anleger haben in den letzten Monaten Geld mit Digitalwährungen verloren. Nicht so Trump. Wie aus seiner am Dienstag veröffentlichten Pflicht-Finanzoffenlegung für das Jahr 2025 hervorgeht, hat der US-Präsident allein mit seinen Krypto-Geschäften rund 1,4 Milliarden Dollar eingenommen.
Die 1400 Millionen Dollar sind Teil eines Gesamteinkommens von mindestens 2,2 Milliarden Dollar, das seine Firmen im vergangenen Jahr generiert haben. Zum Vergleich: 2024, also noch vor seiner Rückkehr ins Weisse Haus, waren es «nur» 622 Millionen Dollar. Die Nachrichtenagentur Reuters geht in einer eigenen Hochrechnung sogar noch weiter: Seit Trumps Amtsantritt 2025 habe die Familie insgesamt mindestens 2,3 Milliarden Dollar mit Krypto-Projekten verdient.
Der Krypto-Boom des Ex-Skeptikers
Besonders bemerkenswert: Trump galt früher als lautstarker Kritiker der Kryptobranche. Nun aber zählen seine Digitalwährungsprojekte zu seinen lukrativsten Geschäftsfeldern – eine bemerkenswerte Kehrtwende für einen Mann, der Krypto einst als Tummelplatz für Drogenhändler und Betrüger bezeichnet hatte.
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Zwei Geschäfte stechen besonders hervor, wie die «New York Times» und Reuters analysieren: World Liberty Financial, die von Trump und seinen drei Söhnen mitgegründete Krypto-Firma, verkauft den Digitaltoken $WLFI. Laut Reuters kassierte die Firma daraus fast 800 Millionen Dollar – aufgeteilt in über 520 Millionen Dollar aus Token-Verkäufen und über 250 Millionen Dollar aus dem Verkauf von Firmenanteilen. Von jedem Token-Verkaufserlös flossen nach Abzug bestimmter Kosten 75 Prozent an ein Trump-Unternehmen – ein Konstrukt, das dem Präsidenten selbst dann Gewinne garantierte, wenn der Kurs des Tokens fällt. Zum Vergleich: 2024 waren es aus dem Token-Geschäft erst 57 Millionen Dollar – ein Sprung um das Neunfache.
Ethische Fragen
Brisant wird es beim Blick auf die Investoren: Kurz vor Trumps Amtseinführung im Januar 2025 kaufte sich eine Investmentfirma mit Verbindungen zur Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate mit 49 Prozent bei World Liberty ein – ein Deal, der ethische Fragen aufwarf.
Kurz darauf einigte sich die Trump-Regierung mit den Emiraten auf den Export wertvoller KI-Computerchips, gegen den Widerstand nationaler Sicherheitsbehörden. Der Bericht nennt diesen Deal zwar nicht namentlich, weist aber nicht näher bezeichnete Investitionen aus, die dem Präsidenten über 200 Millionen Dollar einbrachten.
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Der $TRUMP-Memecoin, den er wenige Tage vor seinem Amtsantritt lancierte, spülte ihm laut Reuters 635 Millionen Dollar in die Kasse. Der Kurs schoss zunächst in die Höhe, ist inzwischen aber um rund 80 Prozent eingebrochen und pendelt bei etwa 1.67 Dollar.
Präsident und oberster Krypto-Regulator zugleich
Die Zahlen offenbaren einen handfesten Interessenkonflikt: Trump ist gleichzeitig einer der grössten Akteure der Kryptobranche und deren oberster Politikgestalter. Reuters weist zudem darauf hin, dass Trump als Präsident gezielt Weichen stellte, von denen die Branche direkt profitierte – etwa mit bundesweiten Regeln für Stablecoins sowie einer spürbar laxeren Verfolgung der Branche durch Justizministerium und Börsenaufsicht SEC. Über Gewinne oder Verluste der einzelnen Sparten schweigt sich die Offenlegung – wie schon in früheren Jahren – aus.
Der frühere Chef der US-Ethikbehörde, Don Fox, kommentierte gegenüber Reuters, jeder Präsident seit der Watergate-Affäre habe seine Finanzen so gehandhabt, als gelte für ihn ein Interessenkonflikt-Verbot. «Bei Trump sind diese Normen komplett über Bord geworfen», so Fox. Präsidenten und Vizepräsidenten seien zwar formell von den entsprechenden Ethikgesetzen ausgenommen – Trump mache aber besser als jeder andere klar, warum es zusätzliche Ethikreformen brauche.
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Infantino-Geschenke
Neben den Krypto-Geschäften stechen in Trumps fast 1000 Seiten umfassender Offenlegung auch zahlreiche Geschenke hervor. Darunter befinden sich zehn Superbowl-Tickets im Wert von 50'000 Dollar.
Zudem überreichte ihm Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) zehn Eintrittskarten für das WM-Finale, deren Gesamtwert bei 15'000 Dollar liegt.
Auch sonst klingelt die Kasse
Neben Krypto trugen auch klassische Vermögenswerte zum Rekordjahr bei: Der Umsatz aus Trumps Golfclubs und Resorts stieg laut Reuters um 15 Prozent auf gut 500 Millionen Dollar. Sein Golfclub in Doral bei Miami brachte 122 Millionen Dollar ein, Mar-a-Lago 77 Millionen – ein Sprung von 50 Millionen im Vorjahr. Besonders stark legte der nahegelegene Golfclub in West Palm Beach zu, mit einem Umsatzplus von 27 Prozent. Einzig sein Golfplatz in Los Angeles verzeichnete einen Rückgang.
Immobilien-Lizenzdeals in Saudi-Arabien und Katar spielten allein über 14 Millionen Dollar ein, weitere Deals in Vietnam, Rumänien, Indien, der Türkei und Indonesien rund 20 Millionen zusätzlich.
Scharfe Reaktion des Weissen Hauses
Das Weisse Haus reagierte zunächst nicht auf Anfragen der «New York Times». Gegenüber Reuters äusserte sich Vizesprecherin Anna Kelly (29) deutlich schärfer: Weder der Präsident noch seine Familie hätten je Interessenkonflikte gehabt oder würden solche je haben.
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Trump habe die USA «stolz zur Krypto-Hauptstadt der Welt» gemacht. Kritische Berichterstattung dazu sei nichts als die «immer gleiche, müde, falsche Erzählung», die Demokraten und «Legacy-Medien» seit einem Jahrzehnt verbreiteten.
Die Trump Organization betonte in einer Stellungnahme, die «Breite und Tiefe» des knapp 1000-seitigen Berichts unterstreiche das Engagement für Transparenz und stelle «eines der umfassendsten Finanzoffenlegungen in der Geschichte der US-Präsidentschaft» dar.