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Gratis schuften für den Traumjob

Firmen verlangen immer häufiger, dass Kandidaten Präsentationen für Jobinterviews zu Hause vorbereiten. Die Arbeit wird selten entlöhnt.

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Karin Kofler,

Zoé Baches

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Präsentieren vor Ort ist Stress pur. Heute immer normaler: Eine Kandidatin hält ihre zu Hause vorbereitete Präsentation vor einer Gruppe in der Firma. So entscheidet sich ihr Weiterkommen im Prozess. Tessy Ruppert / Dieses Visual wurde von einer Person gestaltet und mit Hilfe von KI umgesetzt

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Es ist zäh auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Stellensuchenden stieg im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,5 Prozent an. Wer Arbeit sucht, ist schnell ernüchtert. Es herrscht ein Arbeitgebermarkt mit Bewerbungsprozessen, die immer aufwendiger werden. Weil die Firmen die Qual der Wahl haben, testen sie die Kandidatinnen und Kandidaten immer ausgiebiger. Wer sich vorstellen darf, erhält selbst für Positionen ohne Führungsrolle happige Hausaufgaben. Fallstudien lösen, Webseiten analysieren, eine eigene App entwickeln oder auch einen Anlass organisieren – die Palette ist breit.
Maria F.* beispielsweise bewarb sich für eine Position im mittleren Management eines Zürcher Start-ups. «Für die zweite Interviewrunde erhielt ich den Auftrag, zu Hause eine Präsentation vorzubereiten. Verlangt wurde eine Value-Proposition, die den Nutzen der Produkte der Firma aus Marketingsicht beschrieb. Man sagte mir, ich solle nicht mehr als drei Stunden aufwenden, was illusorisch war. Eine solche Value-Proposition ist Kern eines jeden Produkts, jeder Dienstleistung. Geht eine Firma das ernsthaft an, braucht sie dafür Wochen. Ich bereitete mich vier Tage vor. Beim Videocall waren der CEO und weitere Personen, die nicht vorgestellt wurden, zugeschaltet.» Ohne Begrüssung hiess es einfach: «Go!» Den Job erhielt sie nicht.
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