Winken trotz Regulierungsunsicherheit neue Milliarden für Aktienrückkäufe?
Die UBS publiziert am morgigen Mittwoch, 29. Juli, das Geschäftsergebnis zum zweiten Quartal. Dabei sind die Kapitalfrage und Aktienrückkäufe im Anlegerfokus.
Die UBS dürfte von April bis Juni 2026 operativ erneut ein gutes Quartal hingelegt haben. Im Fokus steht nach wie vor die Diskussion um die Kapitalisierung und damit auch, wie hoch die weiteren Aktienrückkäufe der Grossbank ausfallen könnten.
Gemäss dem AWP-Konsens von neun Analysten dürfte die Grossbank einen Geschäftsertrag im zweiten Quartal von 13,2 Milliarden Dollar nach 12,1 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode erzielt haben. Während beim adjustierten Gewinn vor Steuern mit einem Anstieg von 2,683 Milliarden Dollar auf 3,5 Milliarden Dollar gerechnet wird, dürfte das Konzernergebnis von 2,395 Milliarden Dollar auf 2,385 Milliarden Dollar fallen.
Was ist von den Ergebnissen zu erwarten?
Die Bank dürfte im zweiten Quartal 2026 das bereits gute Vorjahresergebnis nochmals übertroffen haben. Analysten rechnen mit einem Anstieg der Erträge und einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis. Beim Reingewinn erwarten die Experten im Durchschnitt einen Wert in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, wobei ein positiver Steuereffekt aus dem Vorjahreszeitraum nun wegfallen dürfte.
Insbesondere das Investment Banking - also die Beratung bei Kapitalmarktgeschäften sowie der Wertpapierhandel - dürfte gut abgeschnitten haben. Das lassen zumindest die Ergebnisse der grossen US-Banken erwarten, denen zufolge der Handel mit Aktien und Anleihen boomte und die Gebühreneinnahmen aus Börsengängen und anderen Kapitalmassnahmen zulegten.
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Im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft in der Kernregion Americas war es im Schlussquartal 2025 zu hohen Abflüssen gekommen und auch für das erste Halbjahr 2026 hatte das UBS-Management weiterhin mit etwas Gegenwind gerechnet. Für das Gesamtjahr 2026 wird aber unter dem Strich mit einem Zufluss in der Region gerechnet.
Wo steht die Kapitaldiskussion?
Im Mai hat die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) einen Entscheid zur Revision des Bankengesetzes vertagt. Die Beratung soll im August fortgesetzt werden; sie steht für die Sitzung am 10. und 11. August auf der Agenda. Während Finanzministerin Karin Keller-Sutter weiterhin öffentlich betont, dass sie eine vollumfängliche Kapitalunterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften für nötig hält, wird am Markt über eine Aufweichung der vom Bundesrat ins Spiel gebrachten Verschärfungen spekuliert.
Bereits früher war eine teilweise Unterlegung der Auslandstöchter mit weniger teuren AT1-Anleihen kolportiert worden. Die Parlamentarier würden einen Vorschlag diskutieren, gemäss dem die UBS ihre Auslandstöchter lediglich noch zu 70 bis 80 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müsste, hiess es dann Anfang Juni. Seither sind keine weiteren Mutmassungen hochgekocht. Derweil betonte UBS-Chef Sergio Ermotti Anfang Juni am Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken, die Bank wolle unbedingt in der Schweiz bleiben.
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Was bedeutet das für die Kapitalrückführung?
Im Fokus der Analysten stehen Aussagen zu weiteren Aktienrückkäufen im zweiten Halbjahr und darüber hinaus. Bis Ende Juli 2026 hatte die Bank Rückkäufe im Wert von 3 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Das Management kündigte zudem an, mit den Q2-Zahlen zu informieren, wie es im zweiten Halbjahr weitergehen wird. Dies, obwohl der parlamentarische Prozess bis ins nächste Jahr hineingehen dürfte.
Analysten schätzen die möglichen zusätzlichen Aktienrückkäufe im zweiten Halbjahr auf zwischen 1 und 2 Milliarden Dollar. Bis zum 17. Juli 2026 kaufte die UBS Aktien im Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar zurück.
Wo steht die CS-Integration?
Entscheidend für das Ergebnis sind auch Effizienzgewinne sowie Fortschritte bei der CS-Integration. Diese befindet sich im Endspurt und sollte bis Ende des Jahres weitgehend abgeschlossen sein. So erreichte die UBS bis Ende März etwa Kosteneinsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Franken - bei einem Zielwert von 13,5 Milliarden Franken (im Vergleich zur Kostenbasis 2022).
Die Zahl der bei der Bank direkt angestellten Mitarbeitenden ging per Ende März 2026 auf rund 101'600 (Vollzeitstellen) zurück im Vergleich zu gut 103'000 per Ende 2025. Ein grosser Teil des Abbaus dürfte nach dem im ersten Quartal erfolgten Abschluss der Migration der früheren CS-Kundenkonten auf die UBS-Plattformen und der geplanten Abschaltung alter IT-Systeme im zweiten Quartal angefallen sein und auch noch im zweiten Halbjahr stattfinden.
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Welche Ziele hat das Management ausgegeben?
Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Bis Ende 2026 peilt die Bank eine bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) von rund 15 Prozent sowie eine bereinigte Cost/Income-Ratio von unter 70 Prozent an. Untermauert werden diese Mittelfristziele durch angestrebte Brutto-Kosteneinsparungen von etwa 13,5 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Basisjahr 2022. Für die Phase der Integration setzt das Management zudem auf klare Kapitalquoten: Angestrebt werden eine harte CET1-Kernkapitalquote von circa 14 Prozent und eine CET1 Leverage Ratio von mehr als 4,0 Prozent.
Für Ende 2028 stecken die Verantwortlichen noch höhere Ambitionen ab: Langfristig soll die Rendite auf das harte Kernkapital auf rund 18 Prozent klettern, während die Cost/Income-Ratio auf etwa 67 Prozent gesenkt werden soll.
Was macht die Aktie?
Die UBS-Aktie notiert am Montagnachmittag bei 42,49 Franken. Nach einem bereits sehr starken Jahr 2025 stieg sie 2026 - bis auf einen Taucher im März im Zuge des Beginns des Irankriegs - bis zum 15. Juli auf ein Mehrjahreshoch bei 44,44 Franken - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Bis zum Freitagabend stand sie 14,5 Prozent im Plus.
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Gemäss dem AWP-Analyser zeichnen die Analysten ein mehrheitlich zuversichtliches bis abwartendes Bild für die Aktie: Von insgesamt 19 Experten raten acht zum Kauf und neun zum Halten des Titels, während lediglich zwei eine Verkaufsempfehlung aussprechen. Das durchschnittliche Kursziel beziffern die Analysten dabei auf 41,42 Franken. Das entspricht einem Verlustpotenzial von rund 3 Prozent.