Ermotti redet gegenüber Analysten von Konsequenzen
UBS-Chef Sergio Ermotti verschärft nach starken Quartalszahlen den Ton gegen strengere Eigenkapitalvorschriften. Mit den jüngsten Aussagen erhöht der UBS-Chef den Druck auf die Politik.
Sven Schumann
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Sergio Ermotti spricht gegenüber Analysten von Konsequenzen.keystone-sda.ch«Wir stehen wieder an einem kritischen Punkt», sagte der UBS-CEO am Mittwoch.keystone-sda.chDer Ständerat hatte sich im September für strengere Eigenkapitalvorschriften entschieden, als der Bank lieb ist.keystone-sda.chBundesrätin Karin Keller-Sutter möchte das Risiko einer weiteren Bankenpleite minimieren.KeystoneDie UBS führe Gespräche mit Partnern im Ausland, berichten verschiedene Medien.Sven Thomann
Eigentlich kann UBS-Chef Sergio Ermotti (66) zufrieden sein: Das Geschäft der UBS läuft gut. Am Mittwoch hat die Grossbank ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Sowohl beim Ertrag als auch beim Vorsteuerergebnis übertrifft sie ihr Vorjahresergebnis. Auch die Grossbaustelle der letzten Jahre – die Integration der Credit Suisse – befindet sich auf der Zielgeraden. Bald kann sich die Bank wieder vollständig auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren.
Doch trotz der guten Nachrichten hat Ermotti nicht nur Grund zur Freude. Die strengen Eigenkapitalvorschriften des Bundes stossen dem UBS-CEO sauer auf. In einer Telefonkonferenz mit Analysten wählte der Top-Banker markige Worte, wie Bloomberg berichtet. «Wir prüfen die langfristigen Konsequenzen für unsere Wettbewerbsfähigkeit von der Schweiz aus», sagte Ermotti laut der Nachrichtenagentur. Zwar schätze die UBS die Schweiz. «Doch ein Schweizer Pass reicht heutzutage nicht mehr aus», so Ermotti weiter. Und: «Das Ergebnis im Ständerat vom September ist sehr beunruhigend.»
«Entscheidender Wendepunkt»
Damit verstärkt der UBS-Chef den Ton gegenüber der Politik. Im November 2025 bezeichnete der Tessiner die Wegzugs-Gerüchte noch als «Bullshit». Die Pläne für schärfere Eigenkapitalvorschriften kritisieren Ermotti und auch UBS-Präsident Colm Kelleher (69) aber seit Beginn der Debatte. Zu strenge Eigenkapitalvorschriften für ausländische Tochtergesellschaften seien eine Belastung für die UBS und den Schweizer Wirtschaftsstandort, so die Argumentation der UBS-Spitze.
Von den Drohgebärden vom Paradeplatz zeigte sich das hiesige Parlament bisher unbeeindruckt: Im September entschied der Ständerat, dass die Grossbank ihre Ausland-Töchter zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegen muss. Laschere Vorschriften fanden hingegen keine Mehrheit.
Will die Grossbank strenge Regulierungsvorschriften abwenden, muss sie in den kommenden Wochen den Nationalrat überzeugen, dass er den Ständerats-Entscheid noch kippt. Das dürfte nicht einfach sein: Der Nationalrat ist tendenziell weniger bankenfreundlich als der Ständerat. Ob es Ermotti mit solch markigen Worten gelingt, die grosse Parlamentskammer zu weniger strengen Eigenkapital-Regeln zu bewegen?
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