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Ständerat entscheidet am Mittwoch – Sergio Ermotti ist nervös

«Ich mache mir grosse Sorgen, viele Politiker sind verunsichert»

Kurz vor der Ständeratsabstimmung zu Kapitalvorschriften schlägt UBS-Chef Sergio Ermotti Alarm – und greift die Behörden frontal an.

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UBS-Chef Sergio Ermotti warnt noch einmal vor strengen Kapitalvorschriften.
UBS-Chef Sergio Ermotti warnt noch einmal vor strengen Kapitalvorschriften.Keystone

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UBS-Chef Sergio Ermotti (66) warnt in einem «NZZ»-Interview noch einmal eindringlich vor zu strengen Kapitalvorschriften. Die Lage sei für die UBS ähnlich entscheidend wie im März 2023, als die Credit Suisse unterging, sagt er kurz vor der entscheidenden Abstimmung im Ständerat am Mittwoch.
Es geht darum, wie stark die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig absichern muss. Der Bundesrat verlangt eine Unterlegung zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital. Eine Minderheit der Ständeratskommission will 90 Prozent. Die Kommissionsmehrheit schlägt dagegen 50 Prozent hartes Kernkapital und bis zu 50 Prozent sogenannte AT1-Anleihen vor.

«Mein Rücktritt ist derzeit kein Thema»

Ermotti hält 90 oder 100 Prozent für überrissen. Die UBS könne mit einem «blauen Auge» leben. «Aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel.» Nicht nur die Aktionäre würden dafür bezahlen. Höhere Kapitalanforderungen wirkten «wie ein Zoll». Auch Kunden und Mitarbeitende sowie letztlich der Wirtschaftsstandort Schweiz würden die Folgen spüren, argumentiert der UBS-Chef.
Auch ein Abgang der UBS aus der Schweiz steht immer wieder im Raum. Ermotti betont zwar, man wolle weiterhin von der Schweiz aus als «global konkurrenzfähige Bank» tätig sein. Gleichzeitig gehe es nun um die strategische Positionierung für die kommenden 15 oder 20 Jahre. Sein eigener Abgang ist dagegen kein Thema. «Mein Rücktritt ist derzeit kein Thema», sagt Ermotti.

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Überraschend deutlich kritisiert Ermotti im «NZZ»-Interview SNB und Finma. «Die Behörden haben kein Interesse daran, dass die tatsächlichen Lehren aus dem CS-Untergang gezogen werden», glaubt er. Denn Finma und SNB seien «sicher mitverantwortlich» für das, was mit der CS passiert ist.
Wirklich zuversichtlich scheint Ermotti nicht. «Ich mache mir grosse Sorgen. Viele Politiker sind verunsichert», sagt er mit Blick auf die Abstimmung im Ständerat. «Und mein Eindruck ist: Wenn sie zweifeln, dann werden sie möglicherweise den falschen Knopf drücken.» Für ihn ist klar: «Es geht um mehr als die UBS oder den Finanzplatz. Es geht um die Schweiz.»
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Patrik Berger
Patrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.

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