Mega-Gewinn nach Mega-Abbau: Die Migros-Gruppe fährt im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von satten 1133 Millionen Franken ein. Das sind 714 Millionen Franken mehr als im Jahr zuvor oder ein Plus von 171 Prozent. Nur einmal in der Geschichte der Migros war der Gewinn höher. Das war 2020 mit rund 1800 Millionen Franken, als der orange Riese Globus, Interio und das Glattzentrum in Wallisellen ZH verkaufte.
«Elementare Verantwortung»
«Wir haben eine elementare Verantwortung für die Grundversorgung im Land. Die Migros ist für die Schweiz systemrelevant», sagte Migros-Chef Mario Irminger (60) an der Medienkonfernz. Und weiter: «Im Wesentlichen haben wir uns die letzten drei Jahre damit beschäftigt, unser Portfolio auf die vier Geschäftsfelder auszurichten, in denen wir tätig sind.» Er meint damit die Bereiche Food- und Non-Food, Bank und Gesundheit. Die Migros habe eine Bereinigung angestossen. «Unternehmen, die nicht mehr zur Strategie passten oder Verluste schrieben, haben wir verkauft. Wir haben die wesentlichen Verlustquellen nun alle geschlossen.» Verbucht wurden im letzten Jahr aber vor allem jene Verkäufe wie die Obi-Märkte, die Mibelle Group, Hotelplan oder die Südkorea-Beteiligung Gowoonsesang Cosmetics, die massiv Geld in die Migros-Kasse spülten. Die Höhe dieser sogenannten positiven Sondereffekte soll insgesamt 700 Millionen Franken betragen.
Die Unternehmensverkäufe kosten die Migros aber auch Umsatz. Die Nummer 2 im Schweizer Detailhandel hat 2025 – gemessen am Gesamtumsatz – 31,9 Milliarden Franken Umsatz erzielt. Das ist weniger als in den Vorjahren. Rivale Coop verzeichnete dagegen einen Rekordumsatz von 35,5 Milliarden Franken. Im Kerngeschäft Detailhandel mit den Supermärkten ist die Migros zwar noch vor Coop, doch der Basler Rivale holt schnell auf.