Nächste Aufregung um Peter Spuhler aufgrund SRF-Recherchen
Stadler soll zu viele Emissionen in die Luft ausstossen - der Konzern dementiert
Stadler Rail überschreitet seit Jahren die Grenzwerte für VOC-Emissionen - gemäss SRF-Recherchen. Der Thurgauer Zugbauer lässt das nicht auf sich sitzen.
Jetzt kommen Recherchen von SRF Investigativ zum Schluss: Stadler verstosse seit Jahren gegen Umweltauflagen. Demnach überschreite Stadler in seinen Werken in den Kantonen St. Gallen und Thurgau die zulässigen Grenzwerte für sogenannte VOC-Emissionen deutlich.
Aus Sprühkabinen entweichen zu viele Schadstoffe
Konkret verdampfen die kleinen Partikel der chemischen VOC-Verbindungen beim Lackieren der Züge und gelangen so ungefiltert in die Luft. Trotz wiederholter Aufforderungen der Behörden – St. Gallen forderte bereits 2014 eine Reduktion – habe Stadler Rail bisher keine ausreichenden Massnahmen ergriffen, so der SRF-Bericht.
Stadler will das nicht auf sich sitzen lassen und sagt gegenüber Blick: «SRF berichtet, dass Stadler zu wenig unternimmt, um den VOC-Ausstoss zu senken. Das ist falsch. Richtig ist, dass Stadler alle Gesetze der Kantone Thurgau und St. Gallen sowie die Fristen zur VOC-Reduktion erfüllt.» Und weiter: «In den letzten zehn Jahren konnte der Ausstoss bei der Zugproduktion in der Schweiz um fast zwei Drittel reduziert werden.» Das Werk in St. Margrethen halte die Grenzwerte 100 Prozent ein, das könne der Kanton bestätigen. Die Darstellung von SRF sei schlicht falsch.
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Ausserdem halte der Konzern die Grenzwerte im grössten Werk in Bussnang TG zu 97 Prozent derzeit ein. Der Sprecher räumt jedoch ein: «In wenigen Fällen kann es zu kurzzeitigen Überschreitungen kommen. Das sind einzelne wenige Stunden pro Jahr.»
Kantone ergriffen Massnahmen
Unbestritten ist: Der Zugbauer befindet sich derzeit in einem Sanierungsverfahren mit den beiden Kantonen. St. Gallen und Thurgau haben Stadler also dazu verpflichtet, die Emissionen innert einer Frist von fünf Jahren zu reduzieren. Etwa mit dem Bau einer Abluftreinigungsanlage, welche die VOC-Emissionen aus der Abluft filtert.
Stadler wird 2026 Abluftreinigungsanlagen in den beiden Werken St. Margrethen und Bussnang installieren. Dann werde auch Bussnang 100 Prozent unter dem Grenzwert liegen. In einigen Stadler-Werken im Ausland betreibt der Zugbauer bereits jetzt solche Anlagen – etwa in Ungarn.