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Erwartungen übertroffen

Stadler Rail überzeugt mit Halbjahreszahlen – Aktie steigt zweistellig

Der Thurgauer Zugbauer hat im ersten Halbjahr 2026 kräftig Gas gegeben, nachdem im ersten Semester 2025 noch die Folgen von Unwetterschäden das Geschäft gebremst hatten. Die Anleger jubeln.

awp

Stadler-Patron Peter Spuhler: Der Zugbauer löst mit seinen jüngsten Zahlen ein Kursfeuerwerk an der Börse aus.
Stadler-Patron Peter Spuhler: Der Zugbauer löst mit seinen jüngsten Zahlen ein Kursfeuerwerk an der Börse aus.Daniel Winkler

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Die Aktien von Stadler Rail haben am Mittwoch auf Hochgeschwindigkeit beschleunigt. Denn mit den Halbjahreszahlen hat der Ostschweizer Zughersteller die Erwartungen der Analysten auf fast allen Ebenen klar übertroffen. Damit sind alle Signale für die Investoren auf grün gestellt.
Die Stadler-Titel starten im frühen Handel an der Schweizer Börse bis gegen 9.25 Uhr um 16,8 Prozent auf 28,64 Franken durch. Damit hat die lange gebeutelte Aktie von Stadler den höchsten Stand seit Mai 2024 erreicht. Derweil notiert der Gesamtmarkt SPI nur leicht im Plus (+0,37 Prozent).

«Starkes Semesterergebnis abgeliefert»

Stadler habe ein starkes Semesterergebnis abgeliefert, kommentiert UBS-Analyst Patrick Rafaisz. Der Auftragseingang liege um 23 Prozent über den Erwartungen. Treiber seien das starke Wachstum beim Rollmaterial (+57 Prozent) und beim margenstarken Service & Komponentengeschäft (+95 Prozent). Dagegen tauchte der Auftragseingang in der Signalsparte um 43 Prozent.
Auch der Umsatz habe die Erwartungen übertroffen, kommentierte ZKB-Analyst Tobias Klöpper. Das gleiche gelte für den EBIT. Dagegen habe der Reingewinn die Prognosen klar verfehlt. Insgesamt untermauere Stadler Rail mit den starken Halbjahresergebnissen oberhalb der Erwartungen das Vertrauen in die Guidance für das laufende Jahr und dürfte somit auch ein weiteres Stück an Glaubwürdigkeit für den mittelfristigen Ausblick gewonnen haben, kommentierte die ZKB.

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Ins selbe Horn stiess Vontobel-Analyst Michael Foeth: Die positive Entwicklung dürfte das Vertrauen der Anleger in die mittelfristigen Ziele und Margenziele des Unternehmens weiter stärken.
Der ZKB-Analyst bewertete ausserdem die zuversichtlichen Aussagen zum Standort in Berlin als positiv, der seines Erachtens der grösste Gegenwind von Stadler sei. "Damit dürfte das Unternehmen in den nächsten Jahren gut auf Kurs sein, zusammen mit einem steigenden Serviceanteil die Profitabilität weiter zu erhöhen und nachhaltig positive Cashflows zu erwirtschaften.

Umsatz steigt

Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Franken, wie Stadler Rail am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Hauptgrund dafür sei die Auslieferung zahlreicher Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2026 und die hohe Produktionsleistung im Vorjahr. Eine Belastung war dagegen der starke Franken, der den Umsatz um 30 Millionen schmälerte. Mit den Zahlen hat der Konzern die Erwartungen auf fast allen Ebenen deutlich übertroffen. An den Zielen für das Gesamtjahr 2026 hielt der Ostschweizer Zugproduzent fest.
Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 79,5 Millionen Franken. Damit hat er sich im Vergleich zum Vorjahr (36,9 Millionen Franken) mehr als verdoppelt. Die operative Marge verbesserte sich auf 4,0 Prozent nach 2,6 Prozent vor einem Jahr.

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Damals hatte Stadler noch unter den Folgen der Unwetter von 2024 gelitten, welche die Produktion in den Werken von Stadler und von wichtigen Zulieferern im Wallis, in Spanien und Österreich gestört hatten.

Katastrophenfolgen bis 2027 spürbar

Dagegen legte der Reingewinn nur leicht auf 31,2 Millionen Franken zu nach 30,9 Millionen im Vorjahr. Der im Vergleich zum EBIT tiefere Anstieg des Konzernergebnisses sei im Wesentlichen auf den Wegfall eines einmaligen positiven Währungseffekts im Ergebnis der Vorperiode von rund 20 Millionen Franken zurückzuführen, schrieb Stadler weiter.
Im ersten Halbjahr 2026 sind Währungseffekte aus der Bewertung von Bilanzpositionen dagegen negativ ausgefallen. Zudem seien die Kosten für Bankgarantien sowie die Zins- und Steueraufwendungen gegenüber der Vergleichsperiode gestiegen.
Noch immer wirke sich die Umweltkatastrophe in Valencia vom Oktober 2024 negativ auf das Ergebnis aus. Stadler konnte allerdings mit einem Aufholprogramm die Lieferketten inzwischen weitgehend stabilisieren, Produktionsprozesse anpassen und neue Zulieferer gewinnen. «Die im Zuge der massiven Überschwemmung entstandenen Folgen auf die Kosten und Rückstände bei der Auslieferung von Fahrzeugen werden jedoch bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben», schrieb der Konzern.

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Neuer Rekord beim Auftragsbestand

Gleichzeitig holte der Konzern wieder eine Reihe von neuen Aufträgen herein. Der Auftragseingang stieg auf 2,7 Milliarden Franken. Das ist 1 Milliarde mehr als im Vorjahressemester. Damit schwollen die Auftragspolster auf 33,3 Milliarden Franken an. Das sei ein Rekord, hiess es.
Mit den Zahlen hat Stadler die Erwartungen der Analysten bei den Auftragseingängen, Umsatz, EBIT und Marge weit übertroffen. Einzig der Reingewinn blieb deutlich unter den Schätzungen der Experten.

Umsatz von über 5 Milliarden als Ziel

An den Zielen für das Gesamtjahr 2026 hielt Stadler fest. So peilt der Konzern einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an. Dank starkem Auftragsbestand, erhöhtem Produktionsoutput und dem in Deutschland eingeleiteten Effizienzprogramm wird eine EBIT-Marge von über 5 Prozent erwartet. Zudem rechnet Stadler 2026 mit gesamthaften Investitionen von rund 250 Millionen Franken.
Auch an den Mittelfristzielen hielt der Konzern fest: Bei stabilen Lieferketten will Stadler die EBIT-Marge auf 6 bis 8 Prozent verbessern bei einem konstanten Umsatz von über 5 Milliarden Franken.

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