Guten Tag,
Für die einen verkörpert er die Zukunft, für die anderen das Böse: So tickt Huawei, der umstrittenste Konzern der Welt.
Marc Kowalsky
Bologna bis Heidelberg: Der Huawei-Campus in Dongguan ist zwölf europäischen Universitätsstädten nachempfunden.
Getty ImagesAls der Zug in Verona eintrifft, dudeln Vivaldis «Vier Jahreszeiten» aus dem Lautsprecher am Bahnsteig, der gleich neben dem Campanile und der berühmten Arena liegt. Paris ist nur einen Steinwurf entfernt, nach Luxemburg und Grenada sind es lediglich ein paar Minuten, auch Oxford war noch nie so nah. Wohl nirgends auf der Welt ist Europa so vereint wie im südchinesischen Dongguan.
Hier, auf 1,4 Millionen Quadratmetern, erstreckt sich der neue Campus von Huawei, dem grössten Technologiekonzern des Landes. Er ist zwölf europäischen Universitätsstädten nachempfunden, jede mit unterirdischem Parkhaus, Convenience Stores und Restaurant, nebeneinandergequetscht und verbunden mit einer acht Kilometer langen Eisenbahnstrecke und Zügen der Jungfraubahnen. Auch die Universität Fribourg ist hier nachgebaut: «Sie simuliert die Ruhe von Freiburg», begründet Huawei die Auswahl.
Die grauen Hochhäuser von Quingdong, die sich am Horizont türmen, scheinen da aus einer anderen Welt. Letztes Jahr wurde der Campus eröffnet, er bietet Platz für 25 000 Mitarbeiter und kostete 1,3 Milliarden Euro. Er ist der ganze Stolz von Huawei.
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