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Prättigau goes Peking

Für die Schweizer Handcreme Tal läuft es in China wie geschmiert

Das Bündner KMU punktet im Riesenreich mit Swissness, Arnika, Edelweiss und Passuger. Das Terrain ebnete der «King of Lipstick», ein chinesischer Megainfluencer.

Seraina Gross Handelszeitung

Als der Influencer Austin Li in China die Handcreme von Tal in die Kamera hielt, gingen die Verkäufe durch die Decke.
Als der Influencer Austin Li in China die Handcreme von Tal in die Kamera hielt, gingen die Verkäufe durch die Decke.Screenshot

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Schon viele Schweizer KMU haben in China ihr blaues Wunder erlebt. Der Markt lockt zwar mit grossem Potenzial, gilt aber als schwierig. Nicht so für Tal. Die kleine Handpflegemarke aus Küblis GR im Prättigau eroberte das Riesenreich im Sturm und verkauft heute jedes Jahr mehr als eine Million Einheiten in China, viel mehr als in der Schweiz. Was etwas heissen will, schliesslich ist die Handcreme, die ursprünglich aus Sibirien kommt und für ihren Kälteschutz bekannt ist, in der Schweiz in 2250 Apotheken und Drogerien erhältlich – also in fast allen. Am Anfang stand eine Beauty-Messe in Dubai, bei der ein chinesischer Geschäftsmann auf den Lovebrand aus den Bündner Bergen aufmerksam wurde und diesen dem chinesischen Megainfluencer Austin Li schmackhaft machte. Was folgte, war ein Crashkurs in China-Marketing. Der «King of Lipstick», wie der junge Mann auch genannt wird, hat hundert Millionen Follower, hielt die Tal-Tube in die Kamera – und ein paar Minuten später waren 12’000 Tuben weg. Heute rangiert die Marke auf Tmall, der grössten chinesischen B2C-Plattform, auf Platz zwei, gleich hinter L’Occitane, einem Multimilliardenbrand aus dem Portfolio des österreichischen Milliardärs Reinold Geiger.
Besonders beliebt bei den Chinesen und Chinesinnen sind die Hand- und Fussmasken, welche die Prättigauer eigens für den chinesischen Markt in Südkorea herstellen lassen. Es handelt sich um Söckchen und Handschuhe, die man sich abends vor dem Schlafengehen anlegt. Die Hände gelten in China als «zweites Gesicht», entsprechend viel Wert wird auf deren Pflege gelegt. Doch auch Gesichtsmasken, Badesalz und Seifen finden ihre Käufer. Inzwischen hat die Marke, die heute vor allem von der Regionalität lebt und mit Bündner Klassikern wie Passugger, Arnika und Edelweiss arbeitet, in China sieben Produkte registriert. Transportiert wird die kostbare Fracht mit dem Flieger. Der Versand erfolgt direkt aus den Zollfreilagern zu den Konsumenten.
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