Abo
Schoggi-Firma in der Kritik

Deutsche Supermarkt-Riesen beschweren sich über hohe Lindt-Preise

Rewe und Edeka haben die Nase voll von teuren Goldhasen. Das Oster-Geschäft lief schlecht, darum wollen sie ihr Sortiment jetzt zugunsten günstiger Eigenmarken umstellen.

Nathalie Benn

file7oy4g2c0lld17ditd2pu
Grosse deutsche Supermärkte werden die Lindt-Osterhasen nicht los. IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Werbung

In Deutschland ist man gerade nicht so gut auf den Schweizer Schoggi-Riesen Lindt & Sprüngli zu sprechen. Die Detailhändler ennet der Grenze stören sich an den hohen Einkaufspreisen der Lindt-Produkte. Aktuell sorgt insbesondere der goldene Osterhase für Diskussionen: Dieser hat sich im Einkauf merklich verteuert – damit muss auch die Kundschaft für das Kult-Häsli tiefer in die Tasche greifen.
Die deutschen Grossverteiler werden die Hasen darum nicht los – selbst mit satten Preisrabatten nicht. Ein Händler der Supermarkt-Kette Edeka findet gegenüber der «Lebensmittel-Zeitung» klare Worte: Die Preise seien schlicht zu hoch – und das akzeptiere der Kunde nicht mehr. Trotz einer gemeinsamen 25-Prozent-Rabattaktion von Edeka und Lindt blieben die Produkte «wie Blei in den Regalen liegen».

Laden schmeisst Schoggi-Hasen kurz vor Ostern raus

Mehrere selbständige Einzelhändler der Supermarkt-Ketten Rewe und Edeka wollen deshalb Massnahmen ergreifen: Gemäss der Zeitung erwägen sie, künftig weniger Produkte des Schweizer Konzerns ins Sortiment aufzunehmen. Die Zeit von Lindt als Platzhirsch sei vorbei, sagt ein Ladenbesitzer. Deshalb überlegt er sich, die teuren Markenprodukte durch günstigere Eigenmarken zu ersetzen. Auf Anfrage von Blick will sich der Schoggi-Konzern mit Sitz in Kilchberg ZH nicht zu den Plänen der deutschen Supermärkte äussern.

Partner-Inhalte

Der Unmut der Deutschen an den Preisen von Lindt ist nicht neu: Vor Ostern kickte ein Hamburger Supermarkt den 200-Gramm-Goldhasen kurzerhand aus dem Sortiment. Denn: Die Preisempfehlung für den entsprechenden Hasen ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent gestiegen. 2026 sollen Supermärkte das Produkt für 8.99 Euro anbieten – nachdem die Empfehlung im Jahr zuvor bei 6.99 Euro lag.

Auch Migros warf Lindt-Schoggi aus den Regalen

Auch mit Schweizer Grossverteilern geriet der Konzern wegen seiner Preise aneinander: Im Herbst 2025 begann der orange Riese, Schoggi von Lindt auszulisten. In vielen Filialen waren gewisse Lindt-Tafeln wenig später praktisch verschwunden. Hinter den Kulissen tobte ein knallharter Preiskampf.
Was die Detailhändler nervt: Lindt & Sprüngli verdiente an den Preiserhöhungen im Geschäftsjahr 2025 sehr gut. Lindt schrieb einen Gewinn von 726,6 Millionen Franken – 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr, obwohl das Unternehmen weniger Schokolade verkaufte. Lindt hatte die Preise um satte 19 Prozent erhöht, als Grund nannte die Firma etwa die damals hohen Kakaopreise.
Mittlerweile ist Kakao auf dem Weltmarkt wieder billiger. Schweizer Detailhändler wie Lidl, Migros und Denner haben die Preise bereits angepasst. Und Lindt? Unternehmenschef Adalbert Lechner (64) gab sich Anfang März gegenüber Blick vage: «Es ist noch viel zu früh, um über mögliche Preissenkungen zu diskutieren», sagte der CEO. Wie sieht es jetzt aus, rund einen Monat später? Auf Anfrage sagt ein Sprecher: «Wir beobachten die Kostensituation laufend, um ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis sicherzustellen.» Preissenkungen für den Schweizer und den deutschen Markt würden derzeit selektiv geprüft.

Werbung

Werbung