Das 30. BILANZ-Ranking zeigt: Viele Spitzenhotels in Europa und der Schweiz gewinnen durch die kluge Neuerfindung besonderer Orte. Neu gedacht statt neu gebaut.
Claus Schweitzer
Das «Zannier Île de Bendor» soll den bodenständigen, unaufgeregten Charakter des Inselresorts bewahren und zugleich auf ein neues Niveau heben. PR
Der Gast geht in ein Hotel, um dort etwas zu finden, das ihm zu Hause fehlt. Dieses Credo des Grosshoteliers Conrad Hilton mag fast ein Jahrhundert alt sein, doch selten war es so aktuell wie heute. Das Hotel als Bühne des schönen Lebens gewinnt in unserer aufgewühlten Zeit neue Bedeutung: als Zufluchtsort jenseits des Alltags, der uns für kostbare Momente in eine andere Welt eintauchen lässt – und sei es nur für eine Nacht. Dass wir Gäste dabei ein bequemes Bett, gutes Essen und einen Service erwarten, der uns das Leben leicht macht, tritt dabei in den Hintergrund – zumindest bei jenen Häusern, die mehr sein wollen als nur eine Unterkunft.
Zum 30. Mal zeichnet das BILANZ-Ranking die Dynamik eines Wettbewerbs nach, in dem Hotels um zeitgemässe Formen der Gastlichkeit ringen. Der gemeinsame Nenner vieler herausragender Häuser ist der Wille zur Reinvention – der Anspruch, Bestehendes neu zu denken, sei es durch Umnutzung charakterstarker Gebäude oder die Neubelebung gewachsener Hotels.