Branche vor den Kopf gestossen
Mit heftiger Kritik an Globalisierung und Freihandel hat Trump die Branche vor den Kopf gestossen. Oft reichten ihm dafür 140 Zeichen bei Twitter. In der letzten Woche attackierte Trump zuerst US-Marktführer General Motors (GM) und dann den weltgrössten Autobauer Toyota für geplante Investitionen im benachbarten Niedriglohnland Mexiko. Die Aktionen sorgten für Wirbel, sogar die japanische Regierung schaltete sich ein, um Toyota in Schutz zu nehmen.
Am Sonntag kündigte der italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler an, eine Milliarde Dollar
in zwei bestehende Werke in den USA zu stecken. Nur wenige Tage vorher hatte Ford nach andauernder Kritik von Trump verkündet, Pläne für eine 1,6 Milliarden Dollar teure Fabrik in Mexiko zu streichen und stattdessen 700 Millionen Dollar in den USA zu investieren. Insgesamt sollen die Initiativen von Ford und Fiat Chrysler rund 2700 neue US-Jobs schaffen.
Beide Unternehmen bestritten, dass Trump dabei eine Rolle gespielt hat. Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne sagte am Montag in Detroit, es sei Zufall gewesen, dass die Entscheidung zeitlich mit Trumps Tweets zusammengefallen sei. Der Beschluss sei lange vorher gefallen, es habe keine Gespräche mit Trump oder seinem Team gegeben. Marchionne kündigte an, sich mit Trump arrangieren zu wollen: «Wir werden uns anpassen müssen, uns bleibt nichts anderes übrig.»