Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika will seine geplante Übernahme durch die französische Saint-Gobain mit rechtlichen Mitteln torpedieren. Der Verwaltungsrat verweigert dem Mehrheitsaktionär, der Sika-Gründerfamilie Burkard, die Einberufung einer Aktionärsversammlung. Die Familie will die Versammlung, auf der die Machtübertragung vollzogen werden soll, ihrerseits mit rechtlichen Mitteln erzwingen. Damit zeichnet sich ein juristisches Kräftemessen ab, dass die Transaktion zumindest verzögern könnte.
Mit der Sika-Ankündigung vom Montag verhärten sich die Fronten weiter. Schon als Saint-Gobain im Dezember angekündigt hatte, das Aktienpaket der Gründerfamilie für 2,75 Milliarden Franken zu kaufen, zeigte die Sika-Spitze den Franzosen die kalte Schulter. Ein kürzliches Gespräch zwischen den Streithähnen brachte keine Einigung. «Das ist ein feindlicher Übernahmeversuch», erklärte Sika-Präsident Paul Hälg auf einer Pressekonferenz. Hälg hat zusammen mit anderen Verwaltungsräten und dem Konzernchef seinen Rücktritt angekündigt, falls die Transaktion wie von Saint-Gobain geplant über die Bühne geht.