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Zusatzeinnahmen

Kantone: Die Selbstanzeigen werden zum Kassenfüller

Der Informationsaustausch treibt reuige Steuersünder in Rekordhöhen zum Fiskus. Rund 370 Millionen zusätzliche Steuerfranken wurden in die Kassen gespült. Welche Kantone sich am meisten freuen dürfen.

Holger Alich,

Florence Vuichard

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Der Informationsaustausch treibt reuige Steuersünder in Rekordhöhen zum Fiskus. Für die Kantone ergibt das zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 370 Millionen Franken. Ein Überblick wie viele Selbstanzeigen die einzelnen Kantone 2016 im Vergleich zu 2015 zählen und wie hoch die dadurch erzielten zusätzlichen Steuereinnahmen sind: RMS

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Die Zahl der Selbstanzeigen erreicht 2016 einen neuen Rekordstand: Fast 13'000 Personen meldeten sich beim Fiskus, was rund 370 Millionen zusätzliche Steuerfranken in die Kassen von Bund, Kantonen und Gemeinden spült. Das zeigt eine Umfrage der «Bilanz» bei allen Kantonen. Über ein Drittel des Zustupfs stammt aus dem Tessin, im zweistelligen Millionenbereich sind die Zusatzeinnahmen in den Kantonen Zürich, Neuenburg, Luzern, Bern, Basel-Stadt, Aargau – und wohl auch Genf, wo die Zahl der Selbstdeklarationen auf über 2800 explodiert ist.
Hauptgrund für den regen Zulauf ist die Einführung des automatischen Informationsaustausches per Anfang 2017: Die hiesigen Steuerbehörden werden also künftig von ihren ausländischen Kollegen detaillierte Angaben über allfällige nicht deklarierte Vermögenswerte ausserhalb der Schweiz erhalten. Wer auffliegt, dem drohen nicht nur Nachsteuern, sondern auch Bussen.

Steuerhinterziehung ist ein Massenphänomen

Der Kanton Genf nennt zudem noch einen weiteren Grund für die gestiegene Anzahl von Selbstanzeigen: die Verschärfung bei den Sanktionen im Fall von Sozialhilfebetrug, wie Roland Godel vom Finanzdepartement erklärt. Das trifft zum Beispiel in der Schweiz wohnende Ausländer, die hier Sozialhilfe beziehen, aber im Ausland ein nicht deklariertes Haus besitzen. Denn ein Strafrichter muss neu – als Folge der Umsetzung der Ausschaffungsinitiative – bei Sozialhilfebetrug die Landesverweisung anordnen. Ausnahmen gibt es nur für schwere Härtefälle.

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Steuerhinterziehung ist also kein Volkssport nur für Reiche, sondern ein Massenphänomen. «Das geht durch alle sozialen Schichten hindurch», sagt auch der Jurassier Charles Juillard, Präsident der kantonalen Finanzdirektoren. Und der CVP-Politiker warnt: «Wer sich jetzt noch nicht selbst angezeigt hat, sollte dies möglichst schnell nachholen.» Steuersünder können sich auch in Zukunft noch straflos selber melden. «Aber bevor wir sie erwischen», ergänzt Charles Juillard.
Sehen Sie im Video unten, was sie sonst in der neuen «Bilanz»-Ausgabe erwartet:

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