Der Abgang war überraschend. «Sehr viel länger als nur zwei oder drei Jahre», wie er einst verlauten liess, wollte Christian Unger CEO des Medienhauses ­Ringier bleiben. Als er im April 2012 ­urplötzlich und ohne Verdankung durch den Konzern seinen Posten räumte, waren es ziemlich genau drei Jahre. Danach führte Unger interimistisch die Hamburger Internet-Gaming-Firma Bigpoint.

Jetzt ist der 46-Jährige wieder aufgetaucht: als Managing Director in Zug bei der Beteiligungsfirma Partners Group um Alfred Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni. Dort betreut Unger den gesamten Technologie-, Medien- und ­Telekomsektor. An Angeboten aus seiner alten Branche habe es nicht gemangelt, sagt Unger, «vor allem von amerikanischen Medienhäusern». Dass er sich für die andere Seite des Verhandlungstisches entschieden hat, liegt am Managementteam der Partners Group und an der ­Unternehmensform: «Eines meiner Kriterien war, nur Angebote zu erwägen, in denen ich auch am Eigenkapital beteiligt sein kann», sagt Unger.

Sein erstes Investment hat der gebürtige Münchner bereits getätigt: Die Partners Group hat sich an der Internetfirma Softonic beteiligt, dem weltweit grössten Downloadportal mit Sitz in Barcelona. Dort wird er ins Board einziehen. Auch in der Schweiz hat er sich VR-Mandate ­geangelt: Die PubliGroupe und ihre Tochter Publicitas wählten ihn Ende April in den Verwaltungsrat. 

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