Das Basler Claraspital wurde im November vom Kloster Ingenbohl ans Unispital Basel (USB) verkauft. Jetzt hat das öffentlich-rechtliche Spital seine Bilanz veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich: Die Übernahme dürfte rund eine halbe Milliarde Franken gekostet haben.
Die Vertragsparteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart. Deshalb konnte man über den Preis bislang nur spekulieren. Nun ist in den Büchern einsehbar, dass die Darlehen Dritter im letzten Jahr um 520 Millionen Franken gestiegen sind. Die Bilanzsumme selber hat um 530 Millionen Franken zugenommen, wie der «Bote» schreibt.
Altersfürsorge für Klosterschwestern
Damit ist klar, der Verkauf hat den Schwestern rund eine halbe Milliarde in die Kassen gespült – und sie können das Geld gebrauchen. Denn die demografische Entwicklung des Ordens macht dem Kloster Ingenbohl mit Hauptsitz oberhalb von Brunnen SZ zu schaffen.
Schwester Tobia erklärt auf Anfrage von Blick: «Nur 15 der insgesamt 270 Schwestern sind jünger als 70 Jahre.» Schon heute lebten 125 Mitglieder in Pflegeheimen oder im betreuten Wohnen. Mit dem Verkauf des Spitals sei sichergestellt, dass die Schwestern auch in Zukunft versorgt seien. Damit ist ein Teil der Ausgaben geklärt – was das Kloster aber mit dem Rest des Geldes macht, bleibt im Dunkeln.
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Daneben finanziert sich das Kloster durch Minimalrenten und vereinzelte Vermietungen. Ein Teil dieser Einnahmen fliesst an wirtschaftlich schwächere Provinzen des Ordens – nach Afrika, Asien und Südamerika.
Zu wenig Verwaltungsrätinnen
Die Alterung der Mitglieder war der Grund, weshalb der Orden die Verantwortung für das Claraspital abgeben musste. «Längerfristig war es nicht mehr möglich, genügend Verwaltungsrätinnen aus unseren Reihen zu stellen», erklärt Schwester Tobia.
Die Entscheidung sei den Schwestern nicht leicht gefallen. Aber sie sei notwendig gewesen, um verantwortungsvoll zu handeln Mit dem Verkauf des Spitals sei sowohl für die Schwestern als auch das Spital eine gute Lösung gefunden worden.
Spital soll Krebszentrum werden
Auch das USB scheint zufrieden mit dem Deal zu sein. Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher sagt, dass man mit der Übernahme des Claraspitals «hervorragend qualifiziertes Personal» und eine «exzellente Unternehmensstruktur» übernehmen könne.
Das Herzstück am Standort Claraspital soll zu einem Krebszentrum entwickelt werden. Alle Mitarbeiter der Clara-Gruppe werden im Verlaufe dieses Jahres ins Universitätsspital integriert.