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Open Innovation - der Blick über den Gartenzaun

Matthias Plattner (UBS FIM)*,  UBS Global Financial Intermediariesam 19.04.2016
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Wie stellen sich innovative Firmen den Herausforderungen der digitalen Welt? - Indem sie sich öffnen und selber einen Blick über den Gartenzaun wagen. Der Ansatz nennt sich «Open Innovation».

An einem Anlass für Finanzintermediäre unter dem Patronat von UBS und der Standortinitiative DigitalZurich 2025 berichteten Vertreter dreier Firmen über ihre Erfahrungen und Initiativen in der digitalen Welt: ein Banker, ein Start-up-Unternehmer und ein Maschinenbauingenieur. Was haben sie gemeinsam? Zunächst nicht viel. Aber alle drei sind mit ihrem Geschäft von der anhaltenden Digitalisierung der Wirtschaft betroffen. Und sie wollen sich in der neuen Welt durchsetzen. Dazu braucht es Ideen, Kreativität, Flexibilität und die Bereitschaft, von anderen zu lernen.  

Mensch und Technologie im Zusammenspiel

Matthias Plattner von UBS beschäftigt sich mit neuen Entwicklungen im Digital Banking insbesondere im Business-to-Business Bereich (namentlich für externe Vermögensverwalter). Entwicklungen wie die Beratung durch Roboter, die Nutzung künstlicher Intelligenz für Anlagestrategien oder das Crowd Investing sind heute bereits Realität oder stehen unmittelbar vor der Tür.  

Diese sogenannten «Disruptionsfaktoren» verändern das traditionelle Geschäft mit Finanzdienstleistungen radikal. Wer in Zukunft Finanzdienstleistungen anbietet, braucht nicht zwingend eine eigene teure Infrastruktur oder repräsentative Bankgebäude. Die Kunst ist es, eine auf das eigene Business Modell zugeschnittene Sourcing-Strategie umzusetzen und die umfassenden digitalen Angebote über Schnittstellen in das eigene Universum einzubinden. Dies ist insbesondere auch unter einem «Cost-to-serve«-Gesichtspunkt wichtig. 

Gerade im Hinblick auf künftige Generationen wird die Personalisierung immer wichtiger. Und dies erfordert eben auch, dass die unterschiedlichsten Anlagebedürfnisse aus einer Hand befriedigt werden. Das fordert traditionelle Finanzdienstleister, zu denen auch die unabhängigen Finanzberater zählen. «Der Gewinner wird derjenige sein, der ein hervorragendes Kunden-Interface hat», sagt Plattner, und denkt dabei nicht nur an erstklassige Technologie, sondern auch an den Faktor Mensch, der in der Kunden- und Anlageberatung weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird. 

Mit Maschinen gegen den Klimawandel

Jan Wurzbacher ist Gründer und Geschäftsführer von Climeworks, einem ETH-Spin-off im Bereich CleanTech. Der promovierte Maschineningenieur bewegt sich mit seinem Unternehmen in einem hochsensitiven Geschäftsfeld.  

Die Firma baut Maschinen, die das CO2 aus der Luft herausfiltern. Für das patentierte Verfahren gibt es zunächst diverse Anwendungen auf bestehenden Märkten: zum Beispiel der Zuführung von CO2 in Mineralwasser oder der Düngung von Pflanzen. Zurzeit baut Climeworks im Zürcher Oberland für ein Gewächshaus die erste kommerzielle Grossanlage. 

Doch das ist nur der Anfang der Geschichte. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist das dominierende Thema in der aktuellen Energiediskussion. Wer es schafft, erneuerbare Energien in grossem Umfang zu speichern und zu transportieren, der provoziert einen Quantensprung in der Energieversorgung. Und wer sagt denn, dass es dabei bleibt?  

An der Klimakonferenz in Paris vom vergangenen Dezember wurde die Idee, CO2 in grossem Stil maschinell aus der Atmosphäre zu filtern, zum ersten Mal als offizielles Szenario diskutiert. Und Jan Wurzbacher ist überzeugt: «Wenn es in absehbarer Zukunft nicht gelingt, den Klimawandel mit Sparmassnahmen zu bremsen, dann muss man es der Atmosphäre maschinell entziehen.»  

Climeworks steht in den Startlöchern.  

Visuelle Vermessung des Innenraums

Dominique Burgauer ist Chief Operating Officer von Archilogic. Das Zürcher Start-up bietet auf seiner Plattform eine skalierbare und modulare 3D-Engine an, die innerhalb weniger Stunden Grundrisse von Immobilien in 3D-Modelle verwandeln kann. Diese helfen Innenarchitekten, Ingenieuren, Designern und 3D-Künstlern bei der Verwirklichung ihrer Ideen.  

Ganze Bürowelten können vermessen, visualisiert und optimiert werden, um beispielsweise zu zeigen, wie Mitarbeiter am besten zusammenarbeiten. Aber auch Herr und Frau Jedermann fragen sich: Wie sieht meine Wohnung aus, wenn ich neu möbliere? Welche Möbel soll ich für mein neues Haus kaufen? Wie kann ich den Wert meiner Einrichtung maximieren? Sie alle können dank einem wettbewerbsfähigen Preismodell mit den 3D-Modellen von Archilogic den Wert ihres Wohn- oder Arbeitsumfelds maximieren.  

Google dokumentiert die Aussenwelt. Archilogic will ein führender Marktplayer bei der Vermessung und Digitalisierung der Gebäude-Innenwelten werden – ein Geschäftszweig mit riesigem Potenzial; denn die akquirierten Daten sind für alle an der Innenraumgestaltung Interessierten von höchstem Wert.  

Offene Türen für Gründer

Die drei erwähnten Firmen sind bereit, ihre Strategien und Erfahrungen mit der Digitalisierung mit andern zu teilen und auch von anderen Firmen zu lernen. Gefördert wird ein solcher Austausch durch Organisationen wie DigitalZurich2025, die sich dem «Digital Networking» widmen.  

Sunnie Groeneveld, Geschäftsführerin der vor wenigen Monaten gegründeten Standortinitiative, will Zürich zu einem Innovationshub für digitale Technologien machen. Dabei geht es – so Groeneveld -  nicht nur um Öffentlichkeitsarbeit: «Wir wollen auch etwas auf den Boden bringen.»  

Schon im laufenden Jahr startet DigitalZurich2025 mit ersten konkreten Initiativen, darunter dem Kick-Start-Accelerator. Gründer aus aller Welt werden zu einem dreimonatigen Programm nach Zürich eingeladen. Sie erhalten ein Grundfinancing von 25’000 Franken und ein Stipendium für ihre Lebenskosten.  

Und das Wichtigste: Das Programm verschafft ihnen Zugang zu Industrie- und Finanzexperten, um ihre Ideen in der Realität zu testen und sich mit potenziellen Interessenten aus der Wirtschaft zu vernetzen. Ganz im Sinne der «Open Innovation».  

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