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Novartis: Desavouiert

Die Amerikaner beschlossen, den Standort Nyon zu schliessen, die Schweizer retteten ihn.

Erik Nolmans

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Kaum drei Wochen im Amt, hatte er seinen ersten ΓΆffentlichen Auftritt als neuer Schweiz-Chef – und was fΓΌr einen: Pascal Brenneisen durfte die Rettung des Produktionsstandorts Nyon sowie eine Reduktion des Stellenabbaus in Basel verkΓΌnden. In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften sowie den Regierungen der Kantone Waadt und Basel hatte das Novartis-Management eine LΓΆsung erarbeitet, welche die ursprΓΌnglichen AbbauplΓ€ne stark abmilderte.

Die erfreuliche Nachricht stellt fΓΌr Brenneisen und seine Leute einen Image-Gewinn dar, wirft auf andere im Konzern aber ein eher schlechtes Licht – vor allem auf die zustΓ€ndige SpartenΒ­chefin in der Konzernleitung von Novartis, die Amerikanerin Naomi Kelman. Sie war es, die laut Insidern den nun umgestossenen Entscheid ursprΓΌnglich gefΓ€llt hatte. Sie fΓΌhrt das weltweite GeschΓ€ft mit der Selbstmedikation (OTC) von New Jersey aus – weit weg von der Schweiz. Sie ist unter anderem auch fΓΌr Nyon zustΓ€ndig, das zu den wichtigsten Produktionsstandorten der OTC-Division zΓ€hlt. Im vergangenen Jahr hatte das Novartis-Management, geleitet vom ebenfalls US-amerikanischen CEO Joe Jimenez, alle Produktionsstandorte weltweit analysiert. Das Ergebnis war, dass der Standort Nyon finanziell nicht ΓΌberlebensfΓ€hig sei. Was offensichtlich nicht stimmt.

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Dabei war Kelman bei ihrem AmtsΒ­antritt im MΓ€rz 2011 mit viel Vorschusslorbeeren gestartet, war sie doch die erste Frau im obersten FΓΌhrungsgremium von Novartis.

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Erik Nolmans
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