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Novartis

Narasimhans Strategie im Stresstest

Nach zwei schweren Studienrückschlägen steht Vas Narasimhans offensive Übernahmepolitik in der Kritik. Doch gibt es dafür überhaupt eine Alternative?

Seraina Gross Handelszeitung

Vas Narasimhan geht durch die wohl schwierigste Zeit seiner Karriere.
Vas Narasimhan geht durch die wohl schwierigste Zeit seiner Karriere.Silas Zindel/13PHOTO

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Es gibt Sätze, die ihre volle Wirkung erst im Nachhinein entfalten. Im Mai berichtete Novartis-Konzernchef Vas Narasimhan auf Linkedin von einer Rede, die er zur Abschlussfeier seines Sohnes gehalten habe. Seine Botschaft sei einfach gewesen, schrieb er da: Widersteht der Versuchung, aufzugeben, wenn es schwierig wird. Was als warme Worte eines Überfliegers an die junge Generation formuliert war, liest sich heute wie eine Regieanweisung in eigener Sache: durchhalten, auch wenn es mal nicht so rundläuft.
Vas Narasimhan, Konzernchef seit bald neun Jahren, geht durch die wohl schwierigste Zeit seiner Karriere. Gleich zwei milliardenschwere Zukunftshoffnungen haben sich Anfang September in nur vier Tagen in Luft aufgelöst. Zuerst traf es Pelcarsen: Das von der kalifornischen Ionis Pharmaceuticals einlizenzierte Molekül schaffte es gemäss einer Studie nicht, das Risiko eines Herzinfarktes zu senken. 8300 Probanden hatten daran teilgenommen, die Kosten dürften Hunderte von Millionen Dollar betragen. Dann scheiterte auch noch Del-Desiran, ein Wirkstoff gegen eine seltene, genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankung. Novartis hatte diesen im Februar 2026 mit der 12 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Avidity eingekauft. Zudem hatte Novartis acht klinische Studien mit Zelltherapien wegen Todesfällen aussetzen müssen.
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