Die Privatbank Notenstein verdoppelt mit einem Schlag ihr Volumen im Asset Management auf rund zehn Milliarden Franken: Ihre Tochter TCMG übernimmt die St. Galler Vescore, die sich auf quantitative Anlagestrategien spezialisiert hat. «Vescore passt gut zu unseren bisherigen Anlageboutiquen Dynagest und 1741», sagt TCMG-Chef Beat Wittmann, Sohn des Wirtschaftsprofessors und Buch­autors Walter Wittmann. «Durch den ­Zusammenschluss können wir schneller international wachsen, zudem lassen sich die Auflagen der Regulierungsbehörden in einem starken Verbund leichter erfüllen», sagt CEO Peter Oertmann, der Vescore zusammen mit Finanzmarktprofessor Heinz Zimmermann vor fünfzehn Jahren gegründet hat.

Quantitatives Asset Management gilt als vielversprechender Wachstumsmarkt mit hoher Skalierbarkeit und geringen Kosten, aber auch niedrigeren Margen. Höhere Effizienz, aber auch stärkere ­Flexibilität und Kreativität «für die ineffizienten Ecken des Kapitalmarktes» erhofft sich Wittmann durch Vescore.

Den Kontakt zwischen den beiden Firmen hergestellt hatte Adrian Künzi, Chef der Raiffeisen-Tochter Notenstein. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; bekannt ist aber, dass in der Branche im Schnitt Preise von rund einem Prozent der Assets bezahlt werden. Diese betragen bei Vescore rund fünf Milliarden Franken. Durch die Übernahme steigt die Anzahl der Mitarbeiter bei TCMG von 35 auf 80.

Es dürfte nicht der letzte Deal dieser Art sein: «Bis Ende 2014 wollen wir weitere fünf bis zehn Boutiquen unter unserem Holdingdach vereinen», sagt Wittmann. 

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