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Turnaround

Lebenszeichen von Nestlé

Die Aktie des Lebensmittelriesen hat sich kräftig erholt. Anleger beginnen, die in die Wege geleiteten Massnahmen zu honorieren. Der Abstand zu Roche beträgt jedoch bereits 100 Milliarden Franken.

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Nestlé-Chef Philipp Navratil kommt an der Börse voran.
Nestlé-Chef Philipp Navratil kommt an der Börse voran.KEYSTONE/NESTLE/WILLIAM GAMMUTO

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Seit fünf Jahren tut sich die Nestlé-Aktie an der Börse schwer. Im Oktober hat sich das Wertpapier auffällig kräftig erholt. Bei Experten steigt die Hoffnung auf eine Trendwende. «Die Zahlen zum dritten Quartal deuten darauf hin, dass die Nestlé-Aktie wieder zu einem verlässlichen Qualitäts-Compounder wird», sagt Kai Lehmann, Analyst bei Flossbach von Storch. Der klare Fokus auf die vier Geschäftsfelder und die High-Growth-Plattformen zeigt laut Lehmann Wirkung. Mittlerweile ist die Bewertung wieder spürbar gestiegen. Der Markt honoriere das stärker ausbalancierte Wachstum des Volumens.
«Der Turnaround macht Fortschritte mit Portfoliobereinigungen bei Wasser und Vitaminen, mehrheitlich guten Quartalsresultaten und der neuen Strategie», erklärt Beat Pfiffner, Analyst bei der Schwyzer KB, die Erholung an der Börse. Bei der Kantonalbank glaubt man an Nestlé-Chef Philipp Navratil und den Rebound. Die Aktie ist einer ihrer Jahresfavoriten.
Jahrelang wurde Nestlé von Danone an der Börse übertrumpft. In diesem Jahr drehte sich der Spiess um (siehe Chart). Zwar zeigten die Unternehmen zuletzt ein vergleichbares Wachstum. Jedoch kamen die Erwartungen beim französischen Rivalen deutlich zurück. «Der Markt zweifelt zunehmend daran, dass Danone seine bisherige Wachstumsdynamik in den besonders profitablen Bereichen, insbesondere China, fortsetzen kann», so Kai Lehmann. Der von Antoine de Saint-Affrique geführte Konzern ist stärker von einzelnen Kategorien abhängig. So hat der Rückruf bei der Säuglingsnahrung die Aktie von Danone deutlich stärker belastet als die von Nestlé.

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Durch die breite Aufstellung von Kaffee über Süsswaren bis zur Tiernahrung vergleichen Anlageprofis Nestlé mit einem Fonds. Je nach Marktphase ist das ein Vor- oder Nachteil. In Zeiten tiefer Zinsen werden Firmen wie Nestlé wegen ihrer verlässlichen Dividende als Bondersatz gekauft. Weil die Renditen etwa bei US-Staatsanleihen bei fünf Prozent liegen, macht diese Strategie bei Investoren im Moment weniger Sinn. Kommen die Zinsen zurück, könnte sich das ändern.

Weit hinter den Pharmariesen zurück

Trotz der jüngsten Erholung fiel Nestlé im laufenden Jahr weiter hinter die Pharmariesen zurück. Von Jahresbeginn bis zum 26. Oktober hat Novartis Nestlé an der Börse um 10 Prozent übertrumpft, im Falle von Roche waren es sogar 13 Prozent. Seit den Deals mit der US-Regierung ist die Angst vor tieferen Medikamentenpreisen verflogen. Roche hat inzwischen eine um 100 Milliarden Franken höhere Marktkapitalisierung als Nestlé. Bis zum Juli 2024 war der Lebensmittelriese das wertvollere Unternehmen. Das nicht zuletzt, weil Roche 2022 und 2023 selbst mit einer hartnäckigen Schwächephase an der Börse zu kämpfen hatte.
Die höhere Bewertung der Pharmatitel hält Lehmann für gerechtfertigt. «Roche und Novartis sind viel profitabler als Nestlé. Sie verdienen etwa das Doppelte auf jeden Franken Umsatz.»

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