Abo
Projekt kostet 400 Millionen Franken

Mit diesem Mega-Schoggipark macht Nestlé dem Lindt-Museum Konkurrenz

Der Lebensmittel-Multi und seine Tochterfirma Cailler haben Grosses vor: Der «Parc du chocolat Cailler» soll 2030 eröffnen und jährlich eine Million Besucher anziehen.

Nathalie Benn, RIngier

file852nlvm1pnt12y4f8gng
Das Herzstück des neuen «Parc du chocolat Cailler»: drei Gewächshäuser in Form von Kakaobohnen. Urban Project

Werbung

In der 2900-Seelen-Gemeinde Broc im Kanton Freiburg will Nestlé ein Schokoladen-Themenpark der Superlative bauen. Vergangenen Donnerstag hat der Lebensmittel-Multi zusammen mit der beteiligten Investmentgesellschaft das überarbeitete Projekt für den «Parc du chocolat Cailler» vorgestellt. Die Dimensionen sind gewaltig: Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf 400 Millionen Franken, wie aus der Mitteilung zur Ankündigung hervorgeht. Vor vier Jahren, als das Projekt erstmals vorgestellt wurde, hatten die Verantwortlichen noch mit 80 Millionen Franken gerechnet.
Damit das Maison Cailler, das bereits heute in Broc FR steht und als Museum fungiert, auch seinem neuen Namen gerecht wird, wird die Ausstellungsfläche von heute 2000 auf 30'000 Quadratmeter vergrössert. Ein Rundgang durch das ganze Areal könne bis zu fünf Stunden dauern.
Die Projektverantwortlichen streben langfristig eine Besucherzahl von einer Million pro Jahr an. Zum Vergleich: 2024 besuchten das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg ZH 817'163 Menschen. Es ist eines der meistbesuchten Museen der Schweiz. Doch diesen Titel will Nestlé dem Konkurrenten nun offenbar streitig machen.

Hotels, Wellnessbereich und Restaurants

Der Baustart soll nächstes Jahr erfolgen. Läuft alles nach Plan, können ab 2030 erste Teile des Mega-Parks eröffnet werden. Neben neuen Ausstellungsgebäuden und sanierten Fabrikwerkstätten sollen auf dem Areal auch mehrere Hotels entstehen: Geplant sind ein 3-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern, ein 4-Sterne-Hotel mit 60 Zimmern sowie eine Jugendherberge mit Mehrbettzimmern für Gruppen. Ob Nestlé dafür eine bekannte Hotel-Kette ins Boot holt? Derzeit prüfe man «mehrere Szenarien, darunter auch die Zusammenarbeit mit Hotelgruppen», heisst es in der Mitteilung.

Partner-Inhalte

Das Herzstück des Parks bilden drei Gewächshäuser in Form von Kakaobohnen, in denen echte Kakaobäume wachsen. Zudem sollen ein integrierter Wellnessbereich mit Pool, ein Seminarzentrum, Restaurants und ein Museum für Automobilinnovation dafür sorgen, dass Besucher länger im Greyerzerland verweilen.
Um die Verkehrsbelastung möglichst gering zu halten, wollen die Verantwortlichen die Anreise mit dem ÖV möglichst einfach machen: Die Haltestelle Broc-Chocolaterie – mit Direktverbindungen ab Bern oder Lausanne – liegt direkt vor dem Parkeingang. Ziel sei es, dass die Hälfte der Besucher mit dem öffentlichen Verkehr anreist. Für den Individualverkehr ist eine neue Tiefgarage mit 700 Stellplätzen geplant, von der aus eine Gondelbahn die Gäste zum Gelände befördert. Das Grossprojekt wird von einer privaten Gruppe Freiburger Investoren getragen, die sich unter der Firma Jogne Invest zusammengeschlossen haben.
Über die Autoren
Nathalie Benn, RIngier
Nathalie Benn
Nathalie Benn, Redaktorin Wirtschafts-Desk RMS

Werbung