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ABB-Verwaltungsrat

Wer folgt auf Peter Voser?

Der ABB-Präsident wird den Verwaltungsrat des Konzerns umbauen. Zwei Schweizer Kandidaten drängen sich auf – auch als langfristige Nachfolger.

Mark Kowalsky

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Peter Vosers Rücktritt wird für frühestens 2028 erwartet. Samuel Schalch

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An der Generalversammlung von ABB Mitte März wurden wie erwartet sämtliche zehn Mitglieder des Verwaltungsrats wiedergewählt. Stabilität ist also angesagt für dieses Jahr. Das wird sich 2027 ändern: «Wir planen einige Veränderungen im Board, und dann wird natürlich irgendwann auch meine Zeit kommen», sagte VR-Präsident Peter Voser kürzlich in einem Interview. Er ist seit 2015 Chairman, sein Rücktritt wird für frühestens 2028 erwartet – dann wird er 70 Jahre alt.
Damit würde der letzte Schweizer das Board verlassen. Das ist nicht im Sinne von Voser selbst, der immer darauf bedacht war, dass die Schweizer Seite angemessen im VR vertreten ist. Denn seit der Fusion der schwedischen Asea und der Badener BBC im Jahre 1988 hat das Tauziehen zwischen den skandinavischen und den Schweizer Managern nie geendet – und in der Konzernleitung überwiegen die Skandinavier inzwischen mit vier zu eins. Höchst wahrscheinlich also, dass Voser nächstes Jahr mindestens einen Schweizer ins Board berufen wird – und möglicherweise als Nachfolger aufbaut.
Robert Itschner ist derzeit CEO der BKW.
Robert Itschner ist derzeit CEO der BKW.Keystone
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Zwei Kandidaten drängen sich dafür auf: zum einen Robert Itschner. Der 59-Jährige ist seit Oktober 2022 CEO des Stromkonzerns BKW. Zuvor war er fast 30 Jahre in Diensten von ABB, zuletzt als Schweizer Länderchef. Er ist bei ABB wohlgelitten, sein Verhältnis zu Voser gilt als sehr gut. Gegen ihn spricht seine mangelnde internationale Erfahrung, für ihn die Tatsache, dass das Energiegeschäft sehr wichtig für ABB ist.
Barbara Frey-Spreiter scheidet bei Schneider Electric aus der Konzernleitung aus.
Barbara Frey-Spreiter scheidet bei Schneider Electric aus der Konzernleitung aus.PR
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Ebenfalls denkbar als Kandidatin ist Barbara Frei-Spreiter (55). Sie ist seit über neun Jahren beim französischen Konkurrenten Schneider Electric, seit 2019 in der Konzernleitung. Für dieses Frühjahr hat sie ihren Rücktritt angekündigt. Von 2008 bis 2016 war auch sie bei ABB tätig, und zwar international. Sie würde zudem die Frauenquote im Board erhöhen.

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