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Migros-Revolution

Irminger räumt den Weg frei für den grossen Migros-Umbau

Erst der Ausverkauf, dann die grosse Reform: CEO Mario Irminger will die Migros zentralisieren. Ob sein Befreiungsschlag gelingt, entscheiden die Genossenschafter.

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Unter der Führung von Mario Irminger soll die Migros endlich ihre verkrustete Struktur überwinden.
Unter der Führung von Mario Irminger soll die Migros endlich ihre verkrustete Struktur überwinden.Michael Buholzer

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Die Amtszeit von Mario Irminger stand bislang vor allem für den Ausverkauf des Migros-Imperiums. Seit seinem Start im Mai 2023 hat der Migros-Chef die Fachmärkte verkauft oder geschlossen, Hotelplan an den Erzrivalen Dertour veräussert und den Kosmetikhersteller Mibelle abgestossen. Als reiner Abwracker soll er aber nicht in Erinnerung bleiben. Unter seiner Führung will die Migros endlich ihre verkrustete Struktur überwinden und ihre zehn Regionen zur Einheitsgenossenschaft verschmelzen.
Dabei gibt Mario Irminger seinen Chefposten im kommenden Jahr ab. Den mehrjährigen Restrukturierungsprozess könne er altershalber nicht mehr begleiten, begründete er den Entscheid. Insider überrascht der Rücktritt Irmingers wenig. Der 61-Jährige habe nicht vorgehabt, bis zu seiner Pension bei der Migros zu bleiben, sagt ein Weggefährte. «Er wollte als derjenige in Erinnerung bleiben, der versucht hat, die Strukturen der Migros aufzubrechen.»Mit seinem Rückzug setzt er intern ein wichtiges Zeichen. Der Chef klammert sich nicht an seinen Posten fest, sondern macht den Weg frei für Reformen. «Mario Irminger war es wichtig, klarzumachen, dass es nicht um einen Machtkampf geht», sagt ein anderer Migros-Kenner. Auch der ebenfalls 61-jährige Supermarkt-Chef Peter Diethelm gibt seinen Posten ab. Bis Anfang 2027 will die Migros die Nachfolger präsentieren.

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Widerstand aus Tessin und Westschweiz

Noch bis im Sommer gab es ­Widerstände gegen den Umbau. In der Westschweiz und im Tessin ­waren die Bedenken gross, von der Deutschschweiz überrollt zu werden. Ebenfalls diskutiert wurde deshalb als Alternative die Fusion zu drei oder fünf Genossenschaften. Doch damit wären mächtige Einheiten entstanden, die sich gegenseitig blockieren könnten. Trotz des grossen Umbauaufwands wären zudem die ineffizienten Parallelstrukturen bestehen geblieben, so die Einsicht.
Ursula Nold, Praesidentin Verwaltung Migros-Genosschenschafts-Bund, spricht waehrend einer Medienkonferenz der Migros, am Montag, 26. Oktober 2026 in Bern. Die Migros gibt bekannt, dass die 11 Migros Genossenschaften von einer Gruppengenossenschaft abegloest werden. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Viel Überzeugungsarbeit leistete auch Präsidentin Ursula Nold. Dabei habe man die Diskussionen bewusst offen gehalten.keystone-sda.ch
Ursula Nold, Praesidentin Verwaltung Migros-Genosschenschafts-Bund, spricht waehrend einer Medienkonferenz der Migros, am Montag, 26. Oktober 2026 in Bern. Die Migros gibt bekannt, dass die 11 Migros Genossenschaften von einer Gruppengenossenschaft abegloest werden. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Viel Überzeugungsarbeit leistete auch Präsidentin Ursula Nold. Dabei habe man die Diskussionen bewusst offen gehalten.keystone-sda.ch
Viel Überzeugungsarbeit leisteten auch Präsidentin Ursula Nold und Guido Rast, Präsident der ­Supermarkt AG und Leiter der ­Migros Luzern. Dabei habe man die Diskussionen bewusst offen gehalten und nicht schon zu Beginn auf eine Einheitsgenossenschaft gepocht, heisst es aus deren Umfeld.Nachdem sämtliche Verwaltungen der Genossenschaften für die neuen Strukturen gestimmt haben, folgt Mitte 2027 die noch grössere Hürde. Alle Genossenschaften müssen in einer Urabstimmung mit ­einer Zweidrittelmehrheit für die Reformen stimmen. Zudem ist eine Stimmbeteiligung von mindestens 25 Prozent nötig. Eine schlankere Struktur kann man den stimm­berechtigten Migros-Fans als Erfolgsrezept aufzeigen. Ein grosser Stellenabbau käme dagegen bestimmt schlecht an. Mario Irminger betonte denn auch, dass es in den Genossenschaften bis Mitte 2028 zu keinen Entlassungen kommen werde.

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