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Gastro-König ausser sich

Stadt Zürich will Péclards Pumpstation neu verpachten

Die Stadt Zürich schreibt die Pacht der beliebten Pumpstation am Utoquai neu aus. 2029 könnte Gastrokönig Michel Péclard sein Open-Air-Restaurant verlieren – ein Schock nach über 25 Jahren Erfolg.

Barbara Lanz

Das Restaurant Pumpstation am Zürcher Seeufer wurde 1998 eröffnet.
Das Restaurant Pumpstation am Zürcher Seeufer wurde 1998 eröffnet. Tobias Gysi

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Wer am Zürcher Utoquai entlangspaziert, kommt unweigerlich beim Restaurant Pumpstation vorbei. Seit Jahren begeistert das Team um Gastrokönig Michel Péclard (57) mit Grillspezialitäten, lange Zeit war auch der ehemalige Kultgriller Baba weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Jetzt ziehen aber dunkle Wolken auf über dem Idyll am See. Die Stadt Zürich will die Pacht für die Beiz per 2028 neu ausschreiben. Für Péclard ein Schock.
Seit über 25 Jahren führt er das Open-Air-Restaurant, hat beim Wasserpumpenhäuschen eine stetig wachsende Institution aufgebaut. «Seit 1998 haben wir mit der Pumpi über 600 Jobs geschaffen. Wir haben Migranten – mit Baba als prominentes Beispiel – eine Zukunft im Gastgewerbe ermöglicht und eine Kochausbildung für Menschen etabliert, die wegen fehlender Sprachkenntnisse keine klassische Lehre absolvieren können. Dann haben wir unlängst den WC-Pavillon für 700'000 Franken komplett ausgehöhlt und neu ausgebaut, weil die Zustände echt schlimm waren. Die Stadt hat die Pläne unterschrieben, aber keinen Rappen daran bezahlt, weil das unsere Sache sei», sagt Michel Péclard zu Blick.

«Soll der FC Wiedikon in den Letzigrund?»

Die angekündigte Neuausschreibung führt zu Diskussionen über die Richtlinien der städtischen Pachtvergabe. Während das städtische Gewerbekonzept festhält, dass Verträge «langfristige Perspektiven eröffnen» sollten, existieren für die Vergabe von Gastronomiebetrieben keine leicht zugänglichen Regelungen. Die Betreiber verweisen darauf, dass in anderen Branchen wie dem Gewerbe oder bei Sportstätten Mietverhältnisse gewöhnlich ohne regelmässige Neuausschreibungen fortgeführt werden.

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Michel Péclard will sich erneut um die Pacht der Pumpstation bewerben.zVg
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Michel Péclard will sich erneut um die Pacht der Pumpstation bewerben.zVg
Péclard geht sogar noch weiter und fragt: «Wird einem Schreinerbetrieb, der in einem von der Stadt vermieteten Gewerbebetrieb zum Beispiel in der Altstadt einfach nach 15 Jahren gekündigt und der Mietvertrag neu ausgeschrieben? Kaum. Oder werden Mieter, die in einer schicken Stadtwohnung an der Schipfe wohnen, einfach so rausspediert, weil jetzt mal andere dran sind? Wohl eher nicht. Oder soll etwa der FCZ, der auf dem stadteigenen Letzigrund spielt, das Feld räumen, weil nach Jahrzehnten jetzt mal der FC Wiedikon dran ist?»

Neuvermietung ab Sommer 2029

Auf Anfrage von Blick bestätigt die Stadt Zürich die bevorstehende Neuausschreibung. Und begründet wie folgt: «Der Mietvertrag ist auf Ende 2028 befristet. Gleichzeitig läuft die Konzession aus und muss erneuert werden. Gemäss Wettbewerbskommission ist eine Neuausschreibung auf diesen Zeitpunkt hin zwingend.» Voraussichtlich Anfang 2028 können sich also Interessierte für die Pumpstation bewerben. Eine Neuvermietung sei auf Sommer 2029 geplant.
Auch Michel Péclard will sich erneut um die Pacht bewerben. «Wir können uns unser Herz nicht einfach so aus der Brust reissen lassen. Aber wir kennen das Spiel der Stadt. Man sagt inoffiziell, dass der Péclard ja schon genug Beizen habe. Wir haben seit Jahren keine der zig städtischen Ausschreibungen mehr gewonnen, an denen wir teilgenommen haben.» Péclards Unternehmen pachtet derzeit drei städtische Liegenschaften: die Pumpstation, das Restaurant Fischer’s Fritz sowie den Kiosk Riesbach.

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