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Er ist der Architekt der heutigen Glencore und ihr grösster Aktionär. Die Fusion mit Rio Tinto ist das letzte Puzzlestück in seinem Aufbauplan.
Zwei Jahrzehnte lang hat Ivan Glasenberg versucht, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen.
Mathias Schardt / Kombinatrotweiss für BILANZIvan Glasenberg (69) war in jungen Jahren in seiner Heimat Südafrika Landesmeister in der Disziplin Gehen. Für Sportpsychologen eine interessante Wahl, denn der Sport hat einige interessante Merkmale. Geher bewegen sich am Limit, dürfen aber bestimmte Regeln nicht überschreiten, im Gegensatz zum explosiven Sprint muss beim Gehen ständig der Bodenkontakt gewährleistet sein, das Bein gestreckt. Gehen ist schmerzhaft, monoton, permanentes Durchhalten über lange Distanzen ist angesagt, es braucht mentale Härte und Frustrationstoleranz. So gesehen passt der Sport zum ehemaligen Lenker von Glencore, der als Manager ähnliche Stärken offenbart hat.
Den CEO-Posten beim Rohstoffkonzern hat Glasenberg 2021 an Gary Nagle weitergegeben, einen Mann, den viele «Mini-Ivan» nennen, wie er aus Südafrika stammend, wie er im Kohlebereich gross geworden, wie er ein unzimperlicher Macher. Fast zwanzig Jahre lang hatte Glasenberg davor den Konzern als CEO geleitet, ein autoritärer Manager mit klaren Vorstellungen. Als grösster Aktionär – Glasenberg hält einen Anteil von rund zehn Prozent – ist er bis heute ein entscheidender Faktor geblieben: An ihm vorbei geschieht wenig bei Glencore.
Nun steht ein Deal zur Diskussion, der den vor über zwanzig Jahren von Glasenberg losgetretenen Wandel vervollständigen würde: der Zusammenschluss mit Konkurrent Rio Tinto zum grössten und mächtigsten Rohstoffkonzern der Welt. Zwei Jahrzehnte lang hat Glasenberg versucht, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen. Nun, unter Nagle, ist eine neue Chance gekommen, die vor langer Zeit aufgegleiste Idee doch noch zu verwirklichen.
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