Der Sparkurs bei Volkswagen fordert weiter grosse Opfer. Wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilt, wird es erhebliche Einschnitte bei der Modellpalette geben. So soll das weltweite Angebot ausserhalb Chinas um die Hälfte schrumpfen. Heisst: Jedes zweite VW-Modell verschwindet.
Daneben reduziert der Konzern auch die Variantenvielfalt. Motoren, Ausstattungen und technische Versionen werden sogar um 75 Prozent kleiner. Zudem will VW weniger Autos bauen. Konzernübergreifend sollen es noch rund neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sein. In der Vor-Corona-Zeit kalkulierte VW noch mit bis zu zwölf Millionen Fahrzeugen jährlich. Diese Ziele hat VW nach der Pandemie allerdings bereits auf 10 Millionen Stück gekürzt.
Keine Infos zum Stellenabbau
Weitere Details zum drastischen Stellenabbau verriet Vorstandschef Oliver Blume (58) nicht. Nach internen Konzernunterlagen, die in den letzten Tagen die Runde machten, sollen nämlich bis 2030 bis zu 120'000 Stellen wegfallen. Zu den bereits beschlossenen 50'000 Jobstreichungen kommen laut den Plänen also weitere 55'000 bis 70'000 Arbeitsplätze hinzu.
Nicht nur Jobs stehen auf dem Spiel. Auch mehrere Fabriken geraten ins Wanken. Für die deutschen Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gibt es derzeit keine Garantie, dass nach Auslaufen der aktuellen Modelle neue Fahrzeuge gebaut werden. Grund sind laut VW massive Überkapazitäten in Europa und hohe Produktionskosten an den deutschen Standorten.
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Bei all den Negativmeldungen: Vieles hält der Autobauer noch unter Verschluss. Das sieht auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (74) so: «Bei all den Schlagzeilen zu VW bleiben entscheidende Fragen offen. Man könnte auch sagen, die Unsicherheit bleibt – was wenig gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber.»