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Pleite im US-Einzelhandel

Luxuskette Saks Global meldet Insolvenz an

Kaum ein Jahr nach seiner Gründung ist der US-Luxuskaufhaus-Riese Saks Global unter seiner Schuldenlast zusammengebrochen.

Daily Life in New York City, US - 25 Nov 2025 Saks Fifth Avenue is seen in Manhattan, New York City. New York United States Copyright: xJiminxKimx/xSOPAxImagesx JKIM_daily_life_nyc_nov_25_25_DSC6627.jpeg

Saks in New York City: Der Flaggschiff-Laden an der 5th Avenue in Manhattan ist für exklusive Marken wie Chanel und Burberry bekannt.

IMAGO/SOPA Images

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Der Eigentümer der traditionsreichen Ketten Saks Fifth Avenue, ‌Bergdorf Goodman ‌und Neiman Marcus beantragte in der Nacht zum Mittwoch Insolvenz. Es ist eine der grössten Pleiten im US-Einzelhandel seit der Corona-Pandemie. Der Betrieb in den Kaufhäusern soll jedoch vorerst weiterlaufen. Dafür sicherte sich das Unternehmen ein Finanzierungspaket über 1,75 Milliarden Dollar.

Saks Fifth Avenue, dessen Flaggschiff-Laden für exklusive Marken wie Chanel und Burberry bekannt ist, wurde ​1867 vom Einzelhandelspionier Andrew Saks gegründet. Das Kaufhaus galt lange als Anlaufstelle für Reiche und Berühmte von ‌Gary Cooper bis Grace Kelly. Nach der Covid-Pandemie geriet das Unternehmen jedoch in ‌Schwierigkeiten, da die Konkurrenz durch den Online-Handel zunahm und Marken begannen, ihre Produkte vermehrt in eigenen Geschäften zu verkaufen.

Neuer Chef

Im Zuge der Sanierung wurde nun mit Geoffroy van Raemdonck, dem früheren Chef von Neiman Marcus, ein neuer Konzernlenker ernannt. Er ersetzt Richard Baker, der die Strategie der Zukäufe vorangetrieben hatte, die zu dem Schuldenberg des Konzerns führte. Baker ist auch in Deutschland kein Unbekannter: Ihm gehört über seine Investmentgesellschaft NRDC auch die Hälfte des Warenhausriesen ⁠Galeria. Bereits vor der Fusion mit Karstadt war er über die kanadische Handelskette Hudson's Bay (HBC) für einige Jahre Miteigentümer von Galeria Kaufhof.

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Saks Global war erst 2024 aus dem Zusammenschluss der drei traditionsreichen Namen der US-Luxusmode entstanden. Der 2,7 Milliarden Dollar schwere Deal wurde mit rund zwei Milliarden Dollar an Schulden ​finanziert sowie mit Kapital von Investoren wie Amazon, Salesforce und Authentic Brands.

In der Folge hatte der Konzern im ‌vergangenen Jahr Schwierigkeiten, seine Lieferanten zu bezahlen. Diese hielten daraufhin Ware zurück, was zu leeren ‍Regalen führte und Kunden zur Konkurrenz wie Bloomingdale's trieb. «Reiche Leute kaufen immer noch ein», sagte Analyst David Swartz von Morningstar im vergangenen Monat, «nur eben nicht mehr so viel bei Saks.»

Um an ​Geld zu kommen, verkaufte der Konzern die Immobilie des Neiman-Marcus-Ladens in Beverly Hills und versuchte, eine Minderheitsbeteiligung an der exklusiven Kette Bergdorf Goodman zu veräussern. Ende Dezember verpasste das Unternehmen eine Zinszahlung über mehr als 100 Millionen Dollar.

Umschuldung im Insolvenzverfahren geplant

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das bei einem Gericht in Houston ‌im US-Bundesstaat Texas beantragt wurde, soll dem Unternehmen Zeit geben, mit den Gläubigern über eine Umschuldung ⁠zu verhandeln oder einen neuen Eigentümer zu finden. Sollte dies scheitern, droht die Schliessung. ‌Den Gerichtsunterlagen zufolge belaufen sich die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf jeweils zwischen einer und zehn Milliarden Dollar. Unter den Gläubigern mit ungesicherten Forderungen sind zahlreiche Luxusmarken. Chanel und die Gucci-Mutter Kering werden mit ‍Forderungen von rund 136 Millionen beziehungsweise 60 Millionen Dollar aufgeführt. Der weltgrösste Luxuskonzern LVMH ist mit 26 Millionen Dollar vertreten.

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Das neue Finanzierungspaket verschafft dem Unternehmen eine sofortige Finanzspritze von einer Milliarde Dollar durch einen Massekredit einer Investorengruppe. Einem Reuters-Bericht zufolge wird diese von ​Pentwater Capital und Bracebridge Capital angeführt. Nach einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens, der noch in diesem Jahr erwartet wird, sollen ‍weitere 500 Millionen Dollar fliessen.

Die Neubesetzung der Führungsetage geht über den Chefposten hinaus: Mit Darcy Penick und Lana Todorovich wurden zwei weitere frühere Neiman-Marcus-Managerinnen in die Geschäftsleitung berufen.

(reuters/dob)

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