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Tanner-Dämmerung bei Lindt & Sprüngli

Wachstum im Keller, CEO in die Wüste geschickt. Der erfolgsverwöhnte Schoggi-Produzent und Schöpfer der Goldbären und Goldhasen steht im harten Gegenwind.

Foto: Ringier Medien Schweiz, 26.02.24 Mitarbeiterportrait. Christian  Kolbe, Journalist , Blick.

Ernst Tanner, Lindt-Patron seit 33 Jahren. Er steht auf der Kommandobrücke in Kilchberg.
Ernst Tanner, Lindt-Patron seit 33 Jahren. Er steht auf der Kommandobrücke in Kilchberg.Vera Hartmann/13photo

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Ein Sturm braut sich zusammen über dem Zürichsee. Über dem ganzen? Nein, nur über der Schokoladenfabrik von Lindt & Sprüngli im zürcherischen Kilchberg. Doch der könnte sich dort zum perfekten Sturm auswachsen und sogar Ernst Tanner, den jahrzehntelangen Kapitän der Königin der Premiumschokolade, von der Brücke spülen. Die jüngste Sturmwarnung gab es Ende September: Damals korrigierte Lindt die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Von den 12,4 Prozent organischem Wachstum im Jahr 2025 bleiben für 2026 gerade noch null bis 2 Prozent übrig. Für Lindt äusserst ungewöhnlich, war das doch bereits die zweite Korrektur der Umsatzerwartungen in diesem Jahr. Jahrelang galten ihre Prognosen als sakrosankt, die Wachstumsprophezeiungen gingen in Erfüllung. Diesen Nimbus hat der Konzern innert eines Jahres zerstört – und für Verunsicherung bei den Aktionären gesorgt.
Bis vor kurzem konnten Analysten und Anleger das Wort der Konzernleitung auf die Goldwaage legen. Die Prognosen der Teppichetage aus Kilchberg waren so glänzend wie die Goldverpackung der Lindt-Hasen und -Bären. Wenn das Glöckchen um den Hals der Schokotiere klingelte, ging es in der Ära Ernst Tanner meist bergauf.
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