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Kult-Produkt

Wie Lindt mit dem Goldhasen Ostern eroberte

Der Goldhase von Lindt ist mehr als ein Produkt, er ist Kult. 150 Millionen Stück wandern in die Osternester. Was es damit auf sich hat.

Seraina Gross Handelszeitung

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Glöckchen, Goldfolie und ein übergrosser Kopf: Der Schoggihase von Lindt entspricht dem Kindchenschema. Lindt & Sprüngli, Switzerland

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Nichts geht so tief wie Kindheitserinnerungen. Mit dem Goldhasen zeigt Lindt, wie man daraus ein Multimillionengeschäft macht. Die Zutaten: zuckersüsse Milchschokolade und die Hasenanatomie mit dem überproportional grossen Kopf, die das Kindchenschema bedient. Nicht zu vergessen die anrührende Geschichte zur Genese des Produkts: Demnach wurde der Goldhase 1952 von einem Maître Chocolatier kreiert, der seine Tochter trösten wollte, da diese über das Verschwinden eines Hasen traurig war.
Markengurus erklären die Magie des Goldhasen mit seinen multisensorischen Eigenschaften: Auf dem Förderband an der Kasse bimmelt das Glöckchen, die Folie knistert beim Auspacken, und beisst man ihm die Ohren ab, hört man das charakteristische Knacken. Weil der Kakaopreis bis 2024 gestiegen ist, kostet der 100-Gramm-Hase heute 5.95 Franken – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Für manche ist das zu teuer: Kürzlich schmiss ein deutscher Supermarkt den Hasen aus dem Sortiment.
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