Die Aktien von Lindt & Sprüngli setzten am Montag ihre Verlustserie fort und fielen bis knapp über die psychologisch wichtige Marke von 100’000 Franken. Noch Anfang März hatten die Valoren bei rund 130’000 Franken notiert. Für den ansonsten defensiven Titel sind Kursverluste von mehr als 20 Prozent innerhalb so kurzer Zeit ungewöhnlich.
Ein wesentlicher Grund für die Abgaben dürfte die Zahlenpublikation von Anfang März gewesen sein. Nachdem die Aktien Ende Februar bei 130’400 Franken ein Zwischenhoch erreicht hatten, kam es wenige Tage nach der Veröffentlichung der Ergebnisse zunächst zu einem Kursrückgang von 8,5 Prozent, dem in der Folge weitere, schrittweise Abschläge folgten. Zusätzlich belastend wirkten offenbar auch die im April vorgelegten, enttäuschenden Resultate des Branchenrivalen Barry Callebaut, die den gesamten Sektor unter Druck setzten.
Laut Expertinnen und Experten verlief das Ostergeschäft schwach - Preiserhöhungen seien bei den Konsumenten nicht gut angekommen. Ausserdem seien für eine nachhaltige Belebung der Absatzmengen tiefere Preise notwendig, meinen Analysten mit Blick auf die nächsten Monate. Selbst ein Unternehmen mit der Preissetzungsmacht von Lindt & Sprüngli könnte daher in den kommenden Monaten gezwungen sein, verstärkt auf Promotionen zu setzen, um Marktanteile zu halten oder gar auszubauen.
Quartalszahlen veröffentlicht der Schokoladenhersteller nicht, weshalb Anlegerinnen und Anleger voraussichtlich bis Juli auf neue Informationen zur aktuellen Geschäftsentwicklung warten müssen. Eine rasche Kurserholung gilt unter Händlern zwar als eher unwahrscheinlich, doch die markanten Verluste erhöhen zumindest die Chancen auf eine kurzfristige Stabilisierung der Aktie.