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Neuer Kosmetikriese?

Estée Lauder will das spanische Unternehmen Puig kaufen

Der US-Kosmetikkonzern teilte mit, man führe derzeit Gespräche mit Puig über einen Kauf. Der Deal würde in der Branche einen neuen Riesen entstehen lassen.

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Produkte von Estée Lauder: Der Kosmetikriese will sich mit einem Zukauf stärken. RMS

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Estée Lauder will das spanische Unternehmen Puig kaufen. Man stehe derzeit in entsprechenden Verhandlungen, teilte der US-Kosmetikkonzern am Dienstag mit. Eine solche Übernahme würde innerhalb der Branche einen Riesen mit einem Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Dollar hervorbringen. Beide Unternehmen wollten keine Details bekannt geben.
Puig mit Sitz in Spanien hat einen Marktwert von rund 9 Milliarden Euro. Die Anleger zeigten sich zunächst unbeeindruckt. So gaben die Papiere von Estée Lauder zum Handelsschluss in New York um rund 8 Prozent nach.

«Viel Arbeit liegt vor uns»

Die Estée-Lauder-Aktie ist im vergangenen Jahr aufgrund des Optimismus hinsichtlich einer Sanierungsstrategie unter dem Vorstandsvorsitzenden Stephane de la Faverie gestiegen. Dennoch enttäuschte die jüngste Gewinnprognose des Kosmetikunternehmens die Anleger. De la Faverie räumte während einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass «noch viel Arbeit vor uns liegt».
Puig, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro erzielte, hat ebenfalls grosse Veränderungen durchlaufen und kürzlich einen neuen CEO bekannt gegeben. Das Unternehmen hat seit seinem Börsengang im Jahr 2024 zu kämpfen, wobei enttäuschende Gewinne die Aktien belasteten.

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Estée Lauder verfügt über ein Portfolio von rund zwei Dutzend Kosmetikmarken, darunter La Mer und The Ordinary. Die Übernahme von Puig, zu dem die Marken Byredo und Charlotte Tilbury gehören, dürfte bei Investoren und Analysten Fragen hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens aufwerfen, zusätzliche Marken effektiv zu integrieren. So befindet sich das Unternehmen mitten in einer Umstrukturierung.
De la Faverie hat sich darauf konzentriert, den Vertrieb der Marken des Unternehmens auf schneller wachsende Onlinekanäle wie Amazon verlagern. Das Unternehmen hatte solche Vertriebskanäle jahrelang gemieden, da man befürchtete, dies könnte das High-End-Image beeinträchtigen. Das Unternehmen verkauft zudem preisgünstigere Artikel, unter anderem um eine jüngere Generation von Käufern anzusprechen.

Parfüm-Geschäft wohl im Fokus

In einer früheren Position leitete der CEO die riesige Parfüm-Sparte von Estée Lauder. Der Umsatz dieses Geschäftsbereichs entwickelte sich angesichts eines allgemeinen Nachfrageanstiegs nach der Pandemie gut. Die mögliche Übernahme von Puig – das zahlreiche Parfümmarken besitzt – ist wahrscheinlich eine Wette auf die anhaltende Stärke dieser Produkte.
Ein Deal würde es Estée Lauder zudem ermöglichen, besser gegen das weltweit grösste Kosmetikunternehmen L’Oréal zu konkurrieren. Dieses hat Estée Lauder in den USA stark unter Druck gesetzt. L’Oréal hat den Boom bei dermatologischen Schönheitsprodukten nach der Pandemie mit Marken wie CeraVe schneller für sich genutzt.

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Die Financial Times berichtete bereits früher über den möglichen Deal zwischen Estée Lauder und Puig.
(bloomberg/dob)

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