Die sozialen Medien haben sich in den Alltag der Gesellschaft eingenistet. So stark, dass selbst wirtschaftliche Akteure auf Instagram, Tiktok und Co. Präsenz markieren. Sei es mit einer lustigen Bemerkung in der Kommentarspalte oder über Werbedeals mit Influencern.
Längst sind sie vorbei, die Zeiten, in denen Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw vor Frust ihr Telefon ins Meer schleudern konnte. Viel zu persönlich und eng ist die Beziehung heute zum Fünf-Zoll-Bildschirm.
Diese Entwicklung birgt Risiken. Der Sog von Social Media kann insbesondere auf Kinder und junge Menschen negative Auswirkungen haben. Darum braucht es eine Altersbeschränkung.
Studien haben gezeigt, dass die Nutzung von Instagram und Co. zu Schlafproblemen, Depressionen und Angstzuständen führen kann. Meta, der Mutterkonzern von Facebook, hat selbst eine Untersuchung durchgeführt. Bei «Project Mercury» untersuchte man die Auswirkung einer vierwöchigen Nutzungspause der eigenen Applikationen. Das Resultat: weniger Gefühle von Depressivität, Angst und Einsamkeit. Das Projekt wurde wegen «Voreingenommenheit der Teilnehmenden» gestoppt.
Australien setzt die Grenze bei 16 Jahren
Ein Social-Media-Verbot wäre nicht neu. Australien hat als erstes Land im Dezember eine Altersbegrenzung für 16-Jährige durchgesetzt. Frankreich und Dänemark folgen mit ähnlichen Initiativen. Auch in der Schweiz wurde dies bereits diskutiert. Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen befand eine Altersbegrenzung aber als nicht zielführend. Während im Parlament diskutiert wird, tüfteln Tech-Konzerne an neuen Funktionen, um uns länger an den Bildschirm zu fesseln. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Aufmerksamkeit. Je länger man scrollt, desto mehr bezahlte Beiträge sieht man.
Meta, Tiktok und Co. investieren gezielt in Mechanismen, die die Dopaminausschüttung fördern und das Suchtverhalten verstärken.
Eine Altersbegrenzung wäre daher nur ein erster Schritt und nicht die Lösung. Vielmehr müssen auch die Plattformen hinter den Algorithmen in die Verantwortung genommen werden. Ein Gericht in New Mexico befand Meta jüngst für schuldig, die Gesundheit von Minderjährigen zu gefährden. Die Strafe: 343 Millionen Dollar. Auflagen für das Geschäftsmodell gab es keine.
Instagram führte diese Woche sogar eine neue Funktion namens «Instants» ein, mit der man Fotos direkt mit Freunden teilen kann. Damit ja kein Moment mehr vergeht, in dem man das Handy ins Meer schleudern möchte.