Es war das Thema des Abends: die völlig missratene Laudatio eines CEOs auf seinen Vorgänger in einer Tourismusorganisation. Der Laudator wollte unbedingt lustig sein und baute seine zehnminütige Speech auf einem Vergleich mit einem Tier auf. Dreihundert hochkarätige Gäste mussten sich detailliert anhören, wo der Redner die Parallelen zwischen dem abtretenden CEO und einem Bernhardinerhund sieht. Angefangen von der Grösse über den bedächtigen Gang des Tieres bis hin zum Schnapsfässchen um den Hals. Je länger die Rede dauerte, desto stiller wurde es im Saal.
Man wurde aufgrund des schrägen Vergleichs und der Tonalität irgendwie den Verdacht nicht los, dass der Redner seine Laudatio mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) verfasst hatte. Dieses Gefühl ergibt sich derzeit häufig, wenn man sich Auftritte in Wirtschaft und Politik anhört. Chat GPT, Claude und Co. schwingen plötzlich überall ein bisschen mit.