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KI verdrängt Krypto

Das Crypto Valley erhält ­wegen KI weniger Aufmerksamkeit

Nicht nur an der Börse sind die Investoren auf künstliche Intelligenz fokussiert. Auch die Schweizer Kryptoindustrie am KI-Boom.

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Die Investoren haben den Fokus von Krypto auf die künstliche Intelligenz verlegt. Während die zehn wichtigsten Kryptowährungen im ersten Halbjahr um mehr als 30 Prozent korrigierten, setzte sich die Hausse der KI-Aktien ungebremst fort. Diese Entwicklung ist auch abseits des Finanzmarkts zu spüren, etwa im Crypto Valley rund um Zug. «Global fliesst viel Geld in die KI. Firmen, die keine KI-Fantasie bieten, sind im Nachteil», weiss Mathias Ruch von CV VC, einem in Zug ansässigen Early-Stage-Kapitalgeber, der in Start-ups sowohl aus dem Blockchain-Segment als auch seit einiger Zeit aus dem KI-Bereich investiert.
Im Crypto Valley ist es laut dem Blockchain-Experten und SNGLR-Group-Mitgründer Daniel Diemers ruhiger geworden: «Spannende neue Start-ups, die sich hier niedergelassen haben, fallen mir nur wenige ein.» Von einem Exodus ist zwar keine Rede, doch legte die Zahl der Blockchain-Unternehmen, die rund um Zug tätig sind, laut einer CV-VC-Erhebung 2025 nur noch geringfügig um 17 auf 1766 Firmen zu.
Zug: Blick über die Stadt Zug mit dem markanten Park Tower.
Zug: Blick über die Stadt Zug mit dem markanten Park Tower.Sven Thomann
Zug: Blick über die Stadt Zug mit dem markanten Park Tower.
Zug: Blick über die Stadt Zug mit dem markanten Park Tower.Sven Thomann
Die Wachstumsphase in der Schweizer Blockchain-Industrie wird nicht nur durch die KI-Konkurrenz gebremst. «Die Schweiz war bei der Regulierung ein Vorreiter, wurde jetzt aber von den USA und Europa überholt», sagt Diemers. In den USA schufen der Genius Act und der Clarity Act Klarheit, in der EU Mica. «Für viele Firmen werden diese Regionen nun interessant», so Ruch. Auch die Emirate und Asien gelten als Hotspots der globalen Blockchain-Industrie. Es sei Zeit, nachzuziehen: «Wir brauchen dringend etwas mit Mica Vergleichbares», so Diemers. Was die Blockchain-Industrie ebenfalls gut brauchen könnte, wäre ein neues Narrativ. Diemers: «Die Welt sucht immer noch nach dem grossen Use Case für die Blockchain abseits der digitalen Assets.»

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Haben sich die Investoren wegen der KI von der Blockchain-Industrie abgewandt, könnte genau diese zu einem Hoffnungsträger werden. «KI ist ein Thema, wo die Blockchain eine wichtige Rolle spielen könnte. Gerade im Bereich der Cybersecurity wird sie dringend gebraucht», erklärt Daniel Diemers. Drohnen, die mithilfe der Blockchain nicht gehackt werden können, wären ein Anwendungsfall. Laut Mathias Ruch laufen KI-Anwendungen schon jetzt «still und leise im Hintergrund».
Besorgniserregend ist die Entwicklung trotz Kryptowinter nicht. «Ein grosser Unterschied zu anderen Wintern ist die Legitimität», sagt Ruch. Die Blockchain-Technologie werde auf Unternehmensebene eingesetzt. Mit ihrer Hilfe werde gerade die Finanzmarktinfrastruktur umgebaut. Die wilden Zeiten sind vorbei. Die Blockchain ist salonfähig geworden. Heute dominieren Firmen wie Sygnum oder Amina mit Banklizenz und Hunderten von Mitarbeitern.
Insgesamt hat es laut Risikokapitalgeber Ruch im Crypto Valley weniger, dafür grössere Finanzierungsrunden gegeben. Es werde eher in etabliertere Unternehmen investiert. «Das spricht für die Reife des Markts», erklärt Ruch. Firmen, die keinen Nutzwert liefern, haben es schwer. «Die Zeit der Spekulation ist vorbei.»

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