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Vorschau auf Zahlenkranz

Kapitalfrage bleibt bei den UBS-Zahlen am Mittwoch zentrales Thema

Die UBS dürfte ein weiteres operativ starkes Quartal hinter sich haben. Unsicherheiten birgt derweil weiterhin die Diskussion über schärfere Kapitalvorschriften.

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Logo der UBS: Die Grossbank legt am Mittwoch das Geschäftsergebnis für das erste Quartal im laufenden Jahr vor. RMS

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Die UBS publiziert am Mittwoch, 29. April, das Geschäftsergebnis zum ersten Quartal 2026. Die Bank dürfte gut in das Jahr 2026 gestartet sein. Analysten rechnen für das erste Quartal mit mehr Ertrag und deutlich mehr Gewinn im Vergleich zum Vorjahr.
Der Geschäftsertrag dürfte von 12,6 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2025 auf 13,4 Milliarden Dollar steigen. Der bereinigte Geschäftsertrag wird mit 12,9 Milliarden Dollar ebenfalls über dem Vorjahreswert von 11,9 Milliarden Dollar gesehen.
Beim Gewinn wird ein noch deutlicherer Anstieg prognostiziert: Der bereinigte Gewinn vor Steuern soll von 2,6 Milliarden Dollar auf 3,4 Milliarden Dollar zulegen, während der ausgewiesene Gewinn vor Steuern von 2,1 Milliarden Dollar auf 3,1 Milliarden Dollar steigen dürfte. Das Konzernergebnis wird mit 2,4 Milliarden Dollar erwartet, nach 1,7 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.
Im Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, dürfte der Fokus der Marktbeobachter auf der wichtigen Region Americas liegen. Ausgerechnet dort war es im vierten Quartal 2025 zu hohen Abflüssen gekommen. Das UBS-Management hatte das unter anderem mit einer Rekrutierungsproblematik in den USA und dem bewussten Fokus auf die Marge erklärt und rechnete Anfang Februar noch bis Mitte Jahr mit etwas Gegenwind.

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Derweil hat die UBS mit Blick auf den Konflikt im Nahen Osten noch keine grossen Umschichtungen in der Vermögensallokation gesehen. Die Kunden seien im Moment im Grossen und Ganzen noch ruhig, sagte CEO Sergio Ermotti in einem Interview Ende März. Allerdings sei die gesamte Region destabilisiert worden, und es werde seine Zeit dauern, bis Investoren und Märkte das verarbeitet hätten.

Wo steht die Kapitaldiskussion?

Die UBS wehrt sich weiter gegen die geplanten Kapitalmassnahmen, nachdem der Bundesrat vergangenen Mittwoch seine harte Linie bei der vollständigen Eigenkapitalunterlegung der Tochtergesellschaften - im von der UBS am stärksten bekämpften Punkt - bekräftigt hat. Er verzichtet aber darauf, für latente Steueransprüche und Software eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital zu verlangen. Bei diesen Verordnungsänderungen kann der Bundesrat ohne Parlament entscheiden. Finanzministerin Karin Keller-Sutter drohte bereits, auf diesen Verzicht zurückzukommen, sollte die Gesetzesvorlage zur Eigenkapitalunterlegung von ausländischen Töchtern vom Parlament nicht hinreichend umgesetzt werden. Der parlamentarische Prozess könnte bis ins nächste Jahr hineingehen.
Die UBS dürfte am Mittwoch erneut betonen, sich weiterhin aktiv in die Diskussion einbringen zu wollen. «Der Bundesrat habe aus unserer Sicht irreführende Einschätzungen geliefert», hiess es bereits vergangene Woche. Nach einer genauen Analyse werde man sich spätestens anlässlich der Ergebnisse für das erste Quartal 2026 weiter dazu äussern.

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Die Bank schätzt, dass mit den jetzt vorgelegten Beschlüssen zusätzliches Kernkapital (CET1) von rund 22 Milliarden US-Dollar benötigt würde, was zu einer harten Kapitalquote (CET1) von 18,4 Prozent führen würde. Ende Dezember 2025 lag diese bei 14,4 Prozent. Rund 15 Milliarden zusätzliches Kapital benötigt die Bank gemäss eigenen Angaben als Folge der CS-Übernahme bereits, um die bestehenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Insgesamt müsste sie ihren Berechnungen zufolge infolgedessen zusätzliches hartes Kernkapital in Höhe von etwa 37 Milliarden Dollar halten.
Gemäss Rechnung des Bundesrats müsste die UBS dagegen wegen der neuen Vorschriften insgesamt rund 20 Milliarden an zusätzlichem harten Eigenkapital im Stammhaus aufbauen. Die effektive CET1-Kapitallücke würde laut dem Bundesrat dank der bereits heute guten Kapitalisierung der Grossbank dabei gar nur rund 9 Milliarden Dollar betragen. Die ZKB etwa geht von einer Lücke von 13 Milliarden aus, was der Kantonalbank zufolge auf leicht abweichenden Annahmen beruhen dürfte.

Was bedeutet das für die Kapitalrückführung?

Da die regulatorischen Änderungen voraussichtlich nicht vor 2027 in Kraft treten werden, hält die UBS auch nach dem Bundesratsentscheid an den für 2026 geplanten Kapitalrückführungen fest. Dieses Jahr sollen es erst einmal 3 Milliarden Dollar sein - je nach Ausgestaltung der neuen Regulierung könnten es auch mehr werden, hatte es zuletzt Anfang Februar geheissen.

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Auch die Dividende soll weiter steigen: Für 2026 wurde ein Plus im mittleren Zehnprozentbereich angekündigt. Für das Geschäftsjahr 2025 erhielten die Aktionäre 1,10 Dollar pro Aktie (+22 Prozent).

Wo steht die CS-Integration?

Mitte März hat die UBS einen zentralen Meilenstein bei der Integration der CS nach deren Notübernahme im Jahr 2023 erreicht: Die wichtige Migration der Schweizer Kunden der früheren Credit Suisse wurde abgeschlossen. Damit ist die Übertragung aller CS-Kunden auf die Systeme der UBS vollendet.
Mit dem Abschluss der Migration hat nun die letzte Phase der Integration begonnen, einschliesslich der Abschaltung der alten IT-Systeme der Credit Suisse. Daraufhin dürfte auch der Grossteil des Stellenabbaus losgehen. Die UBS rechnet weiterhin damit, den Integrationsprozess bis Ende 2026 weitgehend abzuschliessen.
Auf Gruppenebene wurden bis Ende 2025 Kosteneinsparungen von 10,7 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2022 erreicht von angestrebten 13,5 Milliarden. Ende Dezember lag die Anzahl der UBS-Mitarbeitenden - gerechnet in Vollzeitstellen - bei gut 103'000. Gerechnet wird in Branchenkreisen damit, dass es zum Schluss lediglich noch 80'000 sein könnten, was die UBS aber nicht bestätigt. Diese sagt lediglich, dass es in der Schweiz im Zuge der Integration zu rund 3000 Entlassungen kommen werde.

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Welche Ziele hat das Management ausgegeben?

Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Auch nach den vergangenen Mittwoch vom Bundesrat vorgestellten Massnahmen bezüglich höherer Kapitalanforderungen für die UBS wurden diese bestätigt. Sie lauten wie folgt:
Die bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) soll bei ungefähr 15 Prozent liegen, während die bereinigte Cost/Income-Ratio unter 70 Prozent angestrebt wird. Zudem plant die UBS Brutto-Kosteneinsparungen von ungefähr 13,5 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Jahr 2022.
Während der Integration bis 2026 werden Kapitalquoten angestrebt, wobei die harte CET1-Kernkapitalquote bei ungefähr 14 Prozent liegen soll und die CET1-Leverage-Ratio mehr als 4 Prozent betragen soll.

Was macht die Aktie?

Die UBS-Aktie erreichte nach einem sehr starken Jahr 2025 am 13. Januar 2026 ein Mehrjahreshoch bei 38,39 Franken - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Seither sind die Titel deutlich zurückgekommen, markierten am 23. März ein Tief bei 28,25 Franken und kosten aktuell 32,97 Franken das Stück. Allein vergangene Woche verloren die Titel mit dem Bundesratsentscheid 5,5 Prozent.

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Gemäss AWP-Analyser halten sich die Kaufen- und Haltenratings derzeit mit jeweils neun Empfehlungen die Waage. Es liegt eine Verkaufsempfehlung vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 37,64 Franken.
(awp/cash)

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