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Zusatzeinnahmen

Kantone: Die Selbstanzeigen werden zum Kassenfüller

Der Informationsaustausch treibt reuige Steuersünder in Rekordhöhen zum Fiskus. Rund 370 Millionen zusätzliche Steuerfranken wurden in die Kassen gespült. Welche Kantone sich am meisten freuen dürfen.

Holger Alich
Holger Alich,

Florence Vuichard

Der Informationsaustausch treibt reuige Steuersünder in Rekordhöhen zum Fiskus. Für die Kantone ergibt das zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 370 Millionen Franken. Ein Überblick wie viele Selbstanzeigen die einzelnen Kantone 2016 im Vergleich zu 2015 zählen und wie hoch die dadurch erzielten zusätzlichen Steuereinnahmen sind:
TotalAnzahl Selbstanzeigen 2016: 12'970 (8088 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 372,7 Millionen Franken (2015: 435,8 Millionen Franken)
Kanton AargauAnzahl Selbstanzeigen 2016: 455 (451 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 13,7 Millionen Franken (2015: 16,5 Millionen Franken)**Quelle: Kantone; keine Angaben von Appenzell Innerrhoden und Waadt
Kanton Appenzell AusserhordenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 45 (50 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 1,8 Millionen Franken (2015: 3,5 Millionen Franken)
Kanton BernAnzahl Selbstanzeigen 2016: 1151 (750 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 15,5 Millionen Franken (2015: 18,1 Millionen Franken)
Kanton BasellandAnzahl Selbstanzeigen 2016: 797 (345 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 7,7 Millionen Franken (2015: 13 Millionen Franken)
Kanton Basel StadtAnzahl Selbstanzeigen 2016: 381 (347 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 11,2 Millionen Franken (2015: 26,6 Millionen Franken)
Kanton FreiburgAnzahl Selbstanzeigen 2016: 268 (173 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 8,6 Millionen Franken (2015: 9,6 Millionen Franken)
Kanton GenfAnzahl Selbstanzeigen 2016: 2836 (1113 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: keine Angaben (2015: 56 Millionen Franken)
Kanton GlarusAnzahl Selbstanzeigen 2016: 71 (51 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 800'000 Franken (2015: 900'000 Franken)
Kanton GraubündenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 290 (209 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 7,2 Millionen Franken (2015: 7,4 Millionen Franken)
Kanton JuraAnzahl Selbstanzeigen 2016: 66 (57 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 1,1 Millionen Franken (2015: 800'000 Franken)
Kanton LuzernAnzahl Selbstanzeigen 2016: 421 (283 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 16,3 Millionen Franken (2015: 8,4 Millionen Franken)
Kanton NeuenburgAnzahl Selbstanzeigen 2016: 929 (300 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 32,5 Millionen Franken (2015: 25,5 Millionen Franken)
Kanton NidwaldenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 77 (59 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: keine Angaben (2015: keine Angaben)
Kanton ObwaldenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 77 (40 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 300'000 Franken (2015: 700'000 Franken)
Kanton St. GallenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 582 (505 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 6,8 Millionen Franken (2015: 16,8 Millionen Franken)
Kanton SchaffhausenAnzahl Selbstanzeigen 2016: 74 (65 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 900'000 Franken (2015: 1,2 Millionen Franken)
Kanton SolothurnAnzahl Selbstanzeigen 2016: 502 (401 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 5,4 Millionen Franken (2015: 5,7 Millionen Franken)
Kanton SchwyzAnzahl Selbstanzeigen 2016: 302 (237 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 4 Millionen Franken (2015: 5,1 Millionen Franken)
Kanton ThurgauAnzahl Selbstanzeigen 2016: 162 (150 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 7 Millionen Franken (2015: 10,5 Millionen Franken)
Kanton TessinAnzahl Selbstanzeigen 2016: 963 (684 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 128 Millionen Franken (2015: 110 Millionen Franken)
Kanton UriAnzahl Selbstanzeigen 2016: 20 (13 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 900'000 Franken (2015: 400'000 Franken)
Kanton WallisAnzahl Selbstanzeigen 2016: 249 (143 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 9,5 Millionen Franken (2015: 3 Millionen Franken)
Kanton ZugAnzahl Selbstanzeigen 2016: 152 (162 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 8,5 Millionen Franken (2015: 10,1 Millionen Franken)
Kanton ZürichAnzahl Selbstanzeigen 2016: 2100 (1500 im Jahr 2015)Steuereinnahmen 2016: 85 Millionen Franken (2015: 86 Millionen Franken)
Bilder: Keystone
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Der Informationsaustausch treibt reuige Steuersünder in Rekordhöhen zum Fiskus. Für die Kantone ergibt das zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 370 Millionen Franken. Ein Überblick wie viele Selbstanzeigen die einzelnen Kantone 2016 im Vergleich zu 2015 zählen und wie hoch die dadurch erzielten zusätzlichen Steuereinnahmen sind: RMS

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Die Zahl der Selbstanzeigen erreicht 2016 einen neuen Rekordstand: Fast 13'000 Personen meldeten sich beim Fiskus, was rund 370 Millionen zusätzliche Steuerfranken in die Kassen von Bund, Kantonen und Gemeinden spült. Das zeigt eine Umfrage der «Bilanz» bei allen Kantonen. Über ein Drittel des Zustupfs stammt aus dem Tessin, im zweistelligen Millionenbereich sind die Zusatzeinnahmen in den Kantonen Zürich, Neuenburg, Luzern, Bern, Basel-Stadt, Aargau – und wohl auch Genf, wo die Zahl der Selbstdeklarationen auf über 2800 explodiert ist.
Hauptgrund für den regen Zulauf ist die Einführung des automatischen Informationsaustausches per Anfang 2017: Die hiesigen Steuerbehörden werden also künftig von ihren ausländischen Kollegen detaillierte Angaben über allfällige nicht deklarierte Vermögenswerte ausserhalb der Schweiz erhalten. Wer auffliegt, dem drohen nicht nur Nachsteuern, sondern auch Bussen.

Steuerhinterziehung ist ein Massenphänomen

Der Kanton Genf nennt zudem noch einen weiteren Grund für die gestiegene Anzahl von Selbstanzeigen: die Verschärfung bei den Sanktionen im Fall von Sozialhilfebetrug, wie Roland Godel vom Finanzdepartement erklärt. Das trifft zum Beispiel in der Schweiz wohnende Ausländer, die hier Sozialhilfe beziehen, aber im Ausland ein nicht deklariertes Haus besitzen. Denn ein Strafrichter muss neu – als Folge der Umsetzung der Ausschaffungsinitiative – bei Sozialhilfebetrug die Landesverweisung anordnen. Ausnahmen gibt es nur für schwere Härtefälle.

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Steuerhinterziehung ist also kein Volkssport nur für Reiche, sondern ein Massenphänomen. «Das geht durch alle sozialen Schichten hindurch», sagt auch der Jurassier Charles Juillard, Präsident der kantonalen Finanzdirektoren. Und der CVP-Politiker warnt: «Wer sich jetzt noch nicht selbst angezeigt hat, sollte dies möglichst schnell nachholen.» Steuersünder können sich auch in Zukunft noch straflos selber melden. «Aber bevor wir sie erwischen», ergänzt Charles Juillard.
Sehen Sie im Video unten, was sie sonst in der neuen «Bilanz»-Ausgabe erwartet:
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