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Modell wie Uber Eats

Just Eat ändert Geschäftsmodell – 700 Kuriere zittern

Der Essenslieferdienst krempelt sein Geschäftsmodell radikal. Künftig will Just Eat statt auf Festangestellte auf selbstständige Fahrer und externe Lieferpartner setzen.

Nathalie Benn

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Radikaler Umbau beim Essensliefer-Giganten Just Eat: Statt fest angestellter Kuriere mit fixem Stundenlohn setzt das Unternehmen künftig verstärkt auf Fahrer, die pro Auftrag bezahlt werden. Das kündigt Just Eat in einer Mitteilung an. Mit der Umstellung des Geschäftsmodells schaffe man «die nötige Flexibilität, um Lieferkapazitäten bedarfsgerecht einzusetzen», heisst es darin.
Als Grund nennt Just Eat den zunehmenden Wettbewerbsdruck und veränderte Kundenwünsche. Bestellt werde längst nicht mehr nur mittags und abends, sondern rund um die Uhr. Starre Schichtpläne sind dafür nicht geeignet. Oder wie es Just Eat ausdrückt: «Sie stossen an die strukturellen Grenzen.»

Arbeitsplätze von sämtlichen Kurieren stehen auf der Kippe

Für die rund 700 Kuriere und Kurierinnen, die das Unternehmen hierzulande beschäftigt, sind das keine guten Nachrichten: Sie alle bangen jetzt um ihren Job. Zumindest um ihre Anstellung in der bisherigen Form: In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagt Lukas Streich, Chef von Just Eat Schweiz, man habe allen Mitarbeitenden einen Vorschlag für eine weitere Zusammenarbeit gemacht – als Selbstständige. Nur: Selbstständige haben keinen automatischen Anspruch auf bezahlte Ferien oder Lohnfortzahlung bei Krankheit. Heisst: Die Anstellungsbedingungen könnten sich massiv verschlechtern.

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Konsultationsverfahren läuft

Weiter betont Streich: «Es handelt sich nicht um eine Sparmassnahme.» Vielmehr reagiere man damit auf Kundenbedürfnisse, die sich in den letzten fünf Jahren stark verändert haben. Fest steht: Die Neuausrichtung dürfte zahlreiche Arbeitsplätze kosten. Wie viele der rund 700 Kuriere tatsächlich entlassen werden, ist noch unklar. Die genaue Zahl wird laut Streich in zwei Wochen nach Abschluss des Konsultationsverfahrens vorliegen. Für die Betroffenen ist ein Sozialplan vorgesehen.
Mit der Änderung nähert sich Just Eat dem umstrittenen Geschäftsmodell von Konkurrent Uber Eats an. Dort werden Kuriere auftragsbasiert bezahlt: Statt eines garantierten Stundenlohns erhalten sie Geld für einzelne Lieferungen. Wie viel sie verdienen, hängt unter anderem von der Anzahl Aufträge ab. Das Risiko von Wartezeiten ohne Bestellungen tragen damit die Fahrer selbst. Auch für ihre soziale Absicherung müssen Selbstständige grundsätzlich selber aufkommen. Das Modell ist rechtlich umstritten: Das Bundesgericht hat 2022 in einem Verfahren zugunsten der Uber-Fahrer entschieden. Kuriere seien prinzipiell als unselbständig Erwerbstätige zu betrachten, also als Angestellte.
Die Gewerkschaft Unia hat derweil keine Freude an den Just-Eat-Plänen. Sie wirft dem Essenslieferdienst vor, das «illegale Uber-Modell» zu kopieren und auf Scheinselbstständigkeit zu setzen.

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