Fast vier Millionen Franken investiert die Wirtschaft in die Nein-Kampagne gegen die Erbschaftsteuer-Initiative. Damit will sie der Juso nicht einfach nur eine Niederlage beibringen. Nein, eine regelrechte DemΓΌtigung soll es sein. Ein Ja-Anteil von unter 30 Prozent ist das heimliche Ziel der bΓΌrgerlichen Juso-Gegner. Es wΓ€re das schlechteste Ergebnis, welches die Jungpartei je eingefahren hat.
Die Chancen fΓΌr ein Juso-Desaster stehen so gut wie nie. Nur gerade 30 Prozent wollen der Initiative derzeit noch zustimmen, 68 Prozent lehnen sie ab. Der Rest ist unentschlossen. Das ist das Ergebnis der zweiten Abstimmungs-Trendumfrage von GFS Bern im Auftrag der SRG. Noch deutlicher ist das Resultat bei der zweiten Tamedia-Umfrage zur Abstimmung: Der Ja-Anteil liegt gerade noch bei 23 Prozent, 75 Prozent schicken die Initiative bachab.
Vierte Juso-Initiative vor dem Stimmvolk
Die Juso-Initiative sackt ab. Am 30. November dΓΌrften die Jungsozialisten ihr historisch schlechtestes Abstimmungsresultat zu verdauen haben. Drei Volksbegehen hat die Jungpartei bisher an die Urne gebracht. Die Initiative gegen Nahrungsmittelspekulation schnitt 2016 mit 40,1 Prozent Ja-Anteil am besten ab. 2021 schaffte die 99-Prozent-Initiative 35,1 Prozent und 2013 die 1:12-Initiative 34,7 Prozent Ja-Stimmen. Damit konnte die Juso jeweils ΓΌber das links-grΓΌne Lager hinaus mobilisieren.
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Nun bei ihrer vierten Initiative gelingt das kaum. SP und GrΓΌne sind mit 72 beziehungsweise 76 Prozent zwar klar im Ja-Lager, die BΓΌrgerlichen aber ebenso deutlich im Nein. Am stΓ€rksten ist die Ablehnung bei der FDP mit 95 Prozent, gefolgt von der SVP mit 90 Prozent und der Mitte mit 86 Prozent Nein. Bei der GLP lehnen 74 Prozent die Initiative ab.
FDP-MΓΌhlemann: Β«Genug von der ewigen NeiddiskussionΒ»
ErfahrungsgemΓ€ss verlieren Volksinitiativen im Verlauf des Abstimmungskampfs an RΓΌckhalt. Damit wird durchaus realistisch, dass die Juso diesmal nicht einmal die magische 30-Prozent-HΓΌrde knackt.
Ganz im Sinne von FDP-Co-PrΓ€sident Benjamin MΓΌhlemann (46). Β«Ein deutliches Nein ist ein klares Zeichen dafΓΌr, dass die Leute genug haben von der ewigen Neiddiskussion, welche die Juso mit absurden Ideen anzetteltΒ», sagt er zu Blick. Β«Sie diskreditiert ausgerechnet jene Unternehmer, die den Wirtschaftsmotor am Laufen halten, ArbeitsplΓ€tze schaffen und unseren Wohlstand ermΓΆglichen.Β»
Dass eine deftige Niederlage die Juso von der Lancierung weiterer radikaler Initiativen abschreckt lΓ€sst, glaubt er aber nicht. Β«Die Jungsozialisten wollen in aller Bequemlichkeit leben auf Kosten derer, die hart arbeiten. Da mache ich mir keine Illusionen.Β»
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Bitteres Geschenk fΓΌr Juso-Chefin Hostetmann
FΓΌr Juso-Chefin Mirjam Hostetmann, die am Dienstag ihren 26. Geburtstag feierte, wΓ€re eine derartige Schlappe ein bitteres Geschenk. Β«NatΓΌrlich wΓ€re es eine EnttΓ€uschung, wenn die Umfrageresultate eintreffenΒ», sagt sie. Umfragen seien aber nur eine Momentaufnahme. Entscheidend sei nun die Mobilisierung des Ja-Lagers.
Die Initiative habe eine breite Debatte ΓΌber VermΓΆgensungleichheit und die KlimazerstΓΆrung der Reichsten ausgelΓΆst, wie schon lange nicht mehr, ist Hostetmann ΓΌberzeugt. Und: Β«Wir werden ΓΌber den Abstimmungssonntag hinaus fΓΌr eine gerechte Besteuerung von grossen VermΓΆgen kΓ€mpfen.Β»
Ob bald schon die nΓ€chste Juso-Initiative kommt, lΓ€sst sie offen. Β«Ob und wann wir wieder eine Initiative lancieren, entscheidet unsere Parteibasis. Egal, wie das Resultat am Abstimmungssonntag ausfΓ€llt: Die Lobbymillionen der Gegenkampagne werden uns auch in Zukunft nicht einschΓΌchtern!Β»
Auch Service citoyen fΓ€llt durch
Nicht nur fΓΌr die Juso ist das Rennen gelaufen, sondern auch fΓΌr die Freunde der Service-citoyen-Initiative. Zeigte die erste SRG-Umfrage noch ein Patt, haben die Gegner die Nase jetzt deutlich vorn.
64 Prozent der Befragten lehnen der EinfΓΌhrung einer einjΓ€hrigen Dienstpflicht fΓΌr alle jungen Menschen ab, nur 32 Prozent sind dafΓΌr. Der Rest ist unentschlossen. Die meisten Fans hat die Initiative bei der GLP-Basis mit 55 Prozent Ja. Bei den restlichen Parteien fΓ€llt sie durch: Der Nein-Anteil schwankt zwischen 55 Prozent bei den GrΓΌnen und 69 Prozent bei der SVP.
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GFS Bern befragte fΓΌr die zweite SRG-Trendumfrage zwischen dem 5. und 13. November 12'939 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich betrΓ€gt +/β2,8 Prozentpunkte.
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