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Ist das der Anfang der Enteignung?

Putin Knall: Russland stellt Nestlé unter Zwangsverwaltung

Kreml-Chef Wladimir Putin hat per Dekret die Kontrolle über Nestlés Russland-Geschäfte übernommen. Die Anteile stehen nun unter Zwangsverwaltung.

Ulrich Rotzinger Blick

Guido Felder,

Ulrich Rotzinger

Wladimir Putin stellt den Schweizer Konzern Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung.
Wladimir Putin stellt den Schweizer Konzern Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung.Imago

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Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé verliert – zumindest bis auf weiteres – das Sagen über einen Teil seines Russland-Geschäfts. Per Präsidialdekret hat Kreml-Chef Wladimir Putin (73) die Anteile an Nestlé Russia und Nestlé Kuban unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Die Führung übernimmt die russische Firma L.E.V. Management. Ursprünglich war die Zwangsverwaltung von fünf Nestlé-Firmen gefordert worden.
Das heisst: Nestlé bleibt zwar offiziell Eigentümerin, kann aber vorerst nicht mehr selbst über die Beteiligungen bestimmen. Neben den Schweizern sind auch die französischen Händler Auchan und Lemana Pro betroffen.

Schweizer stoppten Investitionen

Der Schritt kommt nicht überraschend. Bereits im August forderten lokale Logistiker ein Eingreifen des Kremls, da Nestlé Investitionen gestoppt und Exporte eingestellt hatte.
Ist das der erste Schritt zur Enteignung? Der Konzern reagierte vorerst zurückhaltend. Auf der Firmenwebsite heisst es zur Russland-Zwangsverwaltung: «Nestlé ist entschlossen, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um seine Rechte zu wahren und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs im Interesse aller Beteiligten, insbesondere seiner Mitarbeiter, sicherzustellen.» Derzeit prüfe man die Lage und Optionen.

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Nestlé betreibt in Russland sechs Produktionsstandorte, wo unter anderem Kaffee, Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter produziert werden. Analysten bezifferten den Wert des russischen Geschäfts auf bis zu 1,7 Milliarden Franken. Russland steuerte bislang etwa zwei Prozent zum Nestlé-Umsatz bei. Weltweit setzt der Konzern jährlich fast 90 Milliarden Franken um.

Systematische Taktik von Moskau

Sollte der Konzern nun zu einem Verkauf unter Wert gezwungen werden, droht laut der US-Bank J.P. Morgan ein Einbruch beim Gewinn je Aktie von bis zu vier Prozent.
Moskau nutzt diese Taktik seit 2023 systematisch: Zuvor wurden bereits die Konzerne Danone, Carlsberg und Heineken mit dieser Methode aus dem Land gedrängt; sie mussten Milliardenverluste verbuchen.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte Nestlé Investitionen sowie Exporte aus Russland massiv zurückgefahren. Grund waren die internationalen Sanktionen. Lediglich ein Grundangebot an Lebensmitteln hielten die Schweizer in Russland aufrecht.
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