Guten Tag,
Martin Ebner steckt Millionen in seine Helvetic. Welche Pläne er hat, wie die Beziehung zur Swiss aussieht und was er von der Nationalbank hält.
Martin Ebner ist Banker, Investor sowie Gründer und Eigentümer von Helvetic Airways.
Michael Buholzer für BILANZMartin Ebner während eines Fluges zwischen Zürich Kloten und Bremen mit einem neuen Flugzeug des Types Embraer E190-E2 der Helvetic Airways.
Michael Buholzer für BILANZFür seine Airline hat Ebner zwölf neue Flugzeuge vom Typ Embraer E2 gekauft.
Michael Buholzer für BILANZWenn Martin Ebner selber auf Reisen ist, dann fliegt er innerhalb von Europa stets in der Economy-Klasse.
Michael Buholzer für BILANZNicht nur Ebner geniesst die Flüge mit der eigenen Airline. Viele Mitarbeitende, die Teilzeit arbeiten, freuen sich über ihren Nebenverdienst.
Michael Buholzer für BILANZDer Banker und Investor steckt Hunderte Millionen Franken in seine Helvetic und hält unter anderem Beteiligungen an Intershop, Temenos und Vifor Pharma.
Michael Buholzer für BILANZBILANZ schätzt sein Vermögen auf 2,5 bis 3 Milliarden Franken.
Michael Buholzer für BILANZMartin Ebner und BILANZ-Redaktor Dirk Ruschmann.
Michael Buholzer für BILANZEs ist früher Morgen am Flughafen Zürich, als Flug LX850 nach Bremen abhebt – ausgeführt, im Auftrag der Swiss, von Helvetic Airways. Ein nagelneuer Flieger vom Typ Embraer E2 kommt zum Einsatz, Helvetic-Eigentümer Martin Ebner hat zwölf davon bestellt, für zwölf weitere Kaufoptionen gesichert. Ebner sitzt am Fenster, wir daneben. Als der Flieger dem Terminal A entlang zur Startbahn rollt, deutet Ebner begeistert auf die geparkten Helvetic-Jets auf dem Vorfeld: «Schauen Sie mal, tolle Flugzeuge!»
Herr Ebner, ist Fliegerei für Sie Business oder Liebhaberei?
Ganz klar Business. Alles begann auf einem Flug von Brindisi zurück in die Schweiz mit meiner Frau. Wir flogen zufällig Helvetic, für 19 Euro. Meine Frau fragte: Kann das rentieren? Ich antwortete: Kann ich mir nicht vorstellen. So entstand mein Interesse.
Und – rentiert es heute?
In der Tat – aber dazu muss man unser Geschäftsmodell kennen und verstehen. Wir fliegen derzeit exklusiv für die Swiss. Im sogenannten Wet Lease oder ACMI, das steht für Aircraft, Crew, Maintenance und Insurance. Das stellen wir der Swiss bereit, die dafür Leasinggebühren zahlt. Ich habe also das Geschäft vom Risiko befreit. Wenn man so will, ist die Swiss unser Risiko. Aber deren Bonität ist über jeden Zweifel erhaben.
Ein alter Spruch: Willst du mit einer Airline eine Million verdienen, bring zum Start eine Milliarde mit! Warum haben Sie geglaubt, Sie schaffen es dennoch?
Also, die ersten beiden Jahre war es nicht so klar, dass es funktionieren könnte. Da war ich auch viel bei der Helvetic. Aber die letzten 13 Jahre waren alle erfolgreich.
Schwarze Zahlen auf der «Bottom Line»?
Ja.
Welche Schrauben haben Sie gedreht?
Am Anfang war es vor allem die Preispolitik. Die war völlig wirr, die Leute damals verstanden wenig vom kommerziellen Geschäft. Ausserdem das Re-Branding: Vorher war die Hauptfarbe Magenta, das ist nichts für Geschäftsreisende. Wir sind heute stolz darauf, dass wir schon von aussen Qualität ausstrahlen. Ich glaube, der Brand ist inzwischen sehr stark geworden.
««Das Attraktive am Business ist der berechenbare Cashflow. Und Eigenkapital brauchen wir gar keins.»»
Grunddaten haben Sie immer verschwiegen, sprich Umsatz und Gewinn.
Der Umsatz ist nicht relevant für uns, weil wir ja kein eigenes Geschäft betreiben. Spritpreise und Auslastung der Maschinen sind kein Thema für uns – diese Risiken trägt die Swiss. Für mich heisst das konkret, dass ich berechenbare Cashflows habe. Das ist das Attraktive an diesem Business Case. Eigenkapital brauchen wir gar keins, wir sind sicher überkapitalisiert.
Was unterm Strich für Sie herausschaut, wollen Sie nicht sagen?
Nein.
Sie haben zwölf Embraer E2 gekauft, für zwölf weitere halten Sie Kaufoptionen. Was spricht für diesen Flieger?
Er ist das modernste Flugzeug in dieser Kategorie und wird das auch für die nächsten Jahre bleiben, jedenfalls in unserer Region. Japaner, Russen und Chinesen werden später in den Markt eintreten. Airbus wird viel in die A220 stecken, die wird mit der Zeit wahrscheinlich genauso gut sein, nehme ich an. Aber das dauert.
Sie investieren 1,5 Milliarden Dollar.
Nur, wenn wir die Optionen ausüben.
Also alle 24 Maschinen übernehmen.
Genau. Die ersten zwölf kosten logischerweise laut Liste die Hälfte. Aber ich gehe davon aus, dass das Management der Helvetic besser verhandelt hat.
Bei Grossbestellungen liegen 40 bis 50 Prozent Rabatt vom Listenpreis drin.
Dazu kann ich mich nicht äussern, das werden Sie verstehen.
Werbung