Das Problem ist alt: der Tarifdschungel im Bahnverkehr. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Problem noch dadurch verschärft, dass eine Vielzahl privater Bahnen um die Gunst der Reisenden buhlte. Um Geschäftsreisenden das Leben zu erleichtern, führten die wichtigsten Anbieter, darunter die SBB-Vorläufer wie die Vereinigten Schweizerbahnen, im Jahr 1890 ein «Abonnement für Fahrten mit halben Billetten» ein. Das Halbtax war geboren und kostete damals 120 Franken für Fahrten in der dritten Klasse. Das war kein Schnäppchen, denn dieser Preis würde heute rund 1500 Franken entsprechen. Wer der Erfinder des Halbtax war, ist nicht überliefert.
Der Verein Schweizerischer Geschäftsreisender war mit dem Halbtax aber nicht zufrieden, denn seine Mitglieder mussten weiterhin Schlange stehen, um Billette zu kaufen. Daher lancierten sie die Idee des Generalabonnements (GA), das 1898 von 15 Bahnen eingeführt wurde. Das GA verdrängte zunächst das Halbtax, welches erst 1923 wieder eingeführt wurde. Heute ist das Halbtax deutlich wichtiger als das GA: Rund 3,5 Millionen Halbtax-Besitzern stehen gut 423’000 GA-Nutzer gegenüber.